22 Läden dicht!

Kündigungswelle im Hauptbahnhof

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Das Zwischengeschoss am Hauptbahnhof wird bald modernisiert.

München - Schock für alle 22 Läden im Zwischengeschoss am Hauptbahnhof: Die Deutsche Bahn hat die Mietverträge gekündigt, die Geschäfte müssen bis spätestens April ausgezogen sein.

Dutzende Jobs stehen auf dem Spiel! Als Grund nennt die Bahn den Renovierungsbedarf des Zwischengeschosses unter der Arnulfstraße. Dieses wird komplett umgebaut. Manche Läden werden auch innen neu gestaltet. „Es wird alles neu gemacht, insgesamt bekommen wir so 400 Quadratmeter mehr Fläche“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Allerdings muss auch Blumen Knauer in der Schalterhalle schließen - warum, ist unklar.

Die Arbeiten beginnen in den nächsten Wochen. Die intensive Bauphase wird sich auf ein Jahr belaufen. Bis Ende 2014 soll dann alles fertig sein. Doch was wird aus den Mitarbeitern, bekommen die Geschäfte einen Ersatz-Standort? Nein! „Wir können keine Container hinstellen, dafür ist kein Platz“, sagte der Sprecher. Jetzt bemühen sich die Ladeninhaber um neue Beschäftigungen für ihre Mitarbeiter. Ergebnis offen...

Nach der Renovierung können sich alle Geschäfte  neu bewerben. Es gibt aber keine Garantie, dass sie ihren alten Platz wieder bekommen. „Wir wollen aber den Reisenden dasselbe Angebot bieten.“

Knauer: Jetzt sind wir arbeitslos

Aufstand bei Blumen Knauer in der Schalterhalle: Floristin Cindy Breisendanz (34) zeigt das Kündigungsschreiben.

Mehr als 90 Jahre gibt es das Traditionsgeschäft Blumen Knauer nun schon am Hauptbahnhof. Für die Kunden und Mitarbeiter ist es nicht wegzudenken. Doch nun das Aus! Völlig unerwartet erhielt Chefin Angela Böcker die Kündigung von der Deutschen Bahn. Blumen Knauer betreibt zwei Filialen - eine ist im Zwischengeschoss bei der S-Bahn und eine in der Schalterhalle direkt am Eingang. Dass die Filiale unten geschlossen werden muss, ist für die Belegschaft noch nachvollziehbar. Schließlich will die Bahn renovieren. Aber die Schließung der anderen Filiale kann niemand verstehen. „Dieser Laden besteht schon so lange, wir verstehen es einfach nicht. Wo sollen wir denn jetzt hin?“, sagt Floristin Renate Schönmann (46). Auch die anderen Mitarbeiter sind fassungslos, manche kämpfen mit den Tränen. „Das ist ein Schock für uns“, sagt auch Floristin Cindy Breisendanz. Im Gegensatz zu vielen anderen Geschäften im Hauptbahnhof gehört Blumen Knauer keiner Kette an. Das bedeutet für die 23 Mitarbeiter, dass sie vorerst keine Alternative haben - und sich arbeitslos melden müssen.

Mitarbeiter haben Job-Garantie

„Wir haben - wie alle anderen Läden hier unten - überraschend eine Kündigung erhalten“, sagt der Filialleiter von Mister Minit, Nural Cesmeli (53). Im Gegensatz zu vielen anderen Betroffenen haben die Mitarbeiter hier in der Zeit während des Umbaus die Möglichkeit, in einer anderen Filiale zu arbeiten. „Für den Hauptbahnhof ist es gut, dass endlich modernisiert wird“, sagt Cesmeli.

Wir hoffen auf eine Alternative

Auch in der S-Bahn-Bäckerei Friedrich Hösle ist bald Schluss. „Hoffentlich dauert es nicht lange mit dem Umbau, aber man weiß ja nie, da kommt ja immer was dazwischen“, sagt Verkäuferin Monika Rabenbauer (65). Die Mitarbeiter müssen sich wohl auch hier alle auf die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz machen. Momentan bemüht sich Chef Friedrich Hösle um einen Verkaufswagen für die Übergangszeit.

Lara Braml

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