Mit Windrädern auf dem Rücken

Expedition durch Island: So war's

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Wolfgang Aichner (r.) und Thomas Huber

München - Zwei Münchner haben sich mit Windrädern auf dem Rücken auf eine Expedition durch Island begeben. Die tz sprach mit Wolfgang Aichner (48), einem der beiden.

Herr Aichner, Anfang September berichtete die tz von Ihrem Plan, mit Ihrem Münchner Künstler-Partner Thomas Huber mit Windrädern auf dem Rücken durch die isländische Wildnis zu laufen, um Energie zu erzeugen. Und wia schaut’s aus, wie viel Energie hat Sie selbst die abenteuerliche Tour gekostet?

Aichner: Wir haben uns ganz gut gehalten. Wir sind ja nicht mehr die Jüngsten, das hat schon geschlaucht. 30 Kilo mit sich herumschleppen, und das bis zu acht, neun Stunden am Tag, da bist du am Abend fertig. Dazu erzeugten die Rotorblätter der Windräder hinten drauf zusätzlichen Widerstand.

Wie lange waren Sie unterwegs?

Aichner: Alles miteinander zehn Tage. Das Wetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht, im isländischen Hochland war schon der Winter eingebrochen, dazu kamen Stürme mit Tempo 100, das waren schon mächtige Naturgewalten, bei denen du auch Angst bekommst. Der Wind war fast unser Verderben.

Warum hat’s eigentlich Island sein müssen?

Aichner: Wir beide waren schon einmal 1988 dort, hatten damals versucht, einen Gletscher zu überqueren. Es ging darum, die Reststrecke, die wir damals nicht gegangen sind, zu bewältigen. Wind zu sammeln, war dabei der konzeptionelle künstlerische Hintergrund.

Dann sagen Sie doch, wie viel Energie haben Sie gesammelt?

Aichner: Unsere Akkus haben 1200 Wattstunden gespeichert, damit wollen wir im November in der Kunsthalle in der Lothringer Straße zwei Waschmaschinen antreiben. Für je einen Waschgang für die Kleidung unserer Expedition. Mal schauen, ob der Strom reicht. Für uns war es jedenfalls ein großer Erfolg, allein dass durch unsere Aktion sich vielleicht manch einer über das Thema Energieverbrauch Gedanken gemacht hat.

Sie sorgten schon 2011 für Furore, als Sie ein rotes Boot über die Alpen zur Biennale nach Venedig zogen. Was sind Ihre nächsten Projekte?

Aichner: Man kann in der künstlerischen Praxis nur vorankommen, wenn man sich während einer Sache bereits Gedanken über die nächsten Geschichten macht. Wir sind am Arbeiten. Wird schon wieder was kommen.

Florian Kinast

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