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Kürzungen bei U-Bahn, Bus und Tram: Stadtrat München will Vorhaben verhindern – und investiert

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Von: Sascha Karowski

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München: Tram fährt vor dem Landtag
Auch der Takt auf den Tramlinien soll zunächst erhalten bleiben. © Achim Schmidt

Der Stadtrat wird Kürzungen im Leistungsprogramm der Verkehrsbetriebe verhindern. Grüne, SPD und CSU wollen investieren, um den Status Quo zu erhalten.

München - Der Münchner Stadtrat wird den Kürzungen im Leistungsprogramm der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) nicht zustimmen. Grüne und SPD haben sich am Montag auf einen gemeinsamen Änderungsantrag verständigt. Demnach soll das Leistungsangebot der Verkehrsbetriebe bis zum Fahrplanwechsel kommendes Jahr auf Stand des Fahrplans 2022 aufrechterhalten werden.

Keine Kürzungen bei U-Bahn, Bus und Tram in München: Expressbusse hätten entfallen sollen

Zuvor hatte die MVG angekündigt, aus Kostengründen Linien einzustellen und weniger zu fahren. So war unter anderem angedacht, drei Expressbuslinien (X30, X35 und X98) ersatzlos zu streichen. Die U7 sollte ferner in den Ferien gar nicht mehr fahren. Bei der Tram sollte der 10-Minuten-Takt auf allen Linien nach 20 Uhr entfallen und an Sonntagen erst ab 11 Uhr beginnen.

Die Verkehrsbetriebe rechneten mit einer Ersparnis von über 20 Millionen Euro. „Unsere Kosten sind wie in vielen anderen Branchen extrem gestiegen“, sagte MVG-Chef Ingo Wortmann damals. Corona, Krieg, Energiekrise sorgen für ein Defizit, das auch durch die opulente Erhöhung der Ticketpreise um durchschnittlich 6,9 Prozent nicht aufzufangen war. Nun muss die Politik helfen, der Stadtrat will am Mittwoch Mittel genehmigen.

Keine Kürzungen bei U-Bahn, Bus und Tram in München: Grüne, SPD und CSU wollen Geld zuschießen

Das hatte am Montagnachmittag auch die CSU mit einem Antrag eingefordert. Stadträtin Veronika Mirlach sagte, der OB müsse sich an seinem Versprechen messen lassen, dass es keine Kürzungen beim Nahverkehr geben werde. „Wer es ernst meint mit der Verkehrswende, muss attraktive Angebote machen – Kürzungen wären das Gegenteil.“

Die Verkehrswende sei eines der wichtigsten Ziele der Stadt und damit originäre Aufgabe der Verwaltung. „Wir können und wollen die Mehrkosten nicht auf die MVG abwälzen – denn am Ende zahlt dann wieder der Fahrgast drauf.“ SPD-Verkehrsexperte Nikolaus Gradl sagte: „Die Logik, dass Investitionen in Infrastruktur zu einer Kürzung beim MVG-Angebot führen, ist in unseren Augen falsch. Wir werden daher beschließen, dass es 2023 zu keinen Kürzungen im Angebot kommt.“

„Wir wollen und müssen den ÖPNV stärken und ausbauen“, sagt Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher. „Leistungskürzungen widersprechen der Verkehrswende und kommen daher nicht in Frage.“

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