Sensation beim Starkbieranstich

Nockherberg: Kult-Regisseur für Singspiel

+
Kult-Regisseur Marcus H. Rosenmüller ("Wer früher stirbt ist länger tot") wird Regisseur des Singspiels auf dem Nockherberg.

München - Marcus H. Rosenmüller wird neuer Regisseur des Nockherberg-Singspiels. Am Mittwoch zauberte die Paulaner-Brauerei den prominenten Filmemacher vor versammelter Presse aus dem Hut.

Die Überraschung ist gelungen: Eine ganze Weile war Paulaner-Chef Andreas Steinfatt mit seinem neuen Singspiel-Autor Lienenlüke auf dem Podium gesessen und hatte Fragen beantwortet. Berichtet hatten die Münchner Zeitungen schon am Mittwoch über das Kölner Kabarett-Talent, allzu viel Neues gab’s also nicht zu erzählen. Als schließlich die Frage nach einem neuen Regisseur auftauchte, zuckte Steinfatt mit den Schultern und meinte: „Das ist nicht einfach, die waren alle schon ausgebucht.“ Nur einen habe es noch gegeben, sagte der Ober-Brauer und bat „den Marcus“ auf die Bühne – Auftritt Rosenmüller.

Mit dem 39-Jährigen hat Paulaner einen echten Coup gelandet. Rosenmüller hat seit 2006 mit neuartigen Heimatfilmen wie „Wer früher stirbt ist länger tot“, „Beste Zeit“ oder „Wer’s glaubt, wird selig“ eine beeindruckende Karriere hingelegt und wird der Salvator-Probe 2013 mit Sicherheit einen Popularitätsschub verschaffen.

Dass das freilich nicht alles ist, zeigte der Fortgang der Pressekonferenz: Mit oberbayerischer Unverblümtheit erzählte der Haushamer, wie’s zu dem Engagement kam: „Die ham g’fragt, i hab Zeit g’habt – so simpel war’s.“ Wenig überraschend offenbarte sich Rosenmüller als langjähriger Freund der Wirtshauskultur im Allgemeinen und des Nockherbergs im Speziellen. „Ich habe wenig Theatererfahrung“, räumte er ein. „Aber ich hab’ lange Jahre beim Haushamer Faschingsverein Büttenreden gehalten“, betonte er, wohl wissend, dass das beim Singspiel viel mehr zählt. Steinfatt und er kennen sich seit Jahren, kommen aus derselben Gegend. „Wir waren sogar in denselben Wirtschaften“, sagte der Paulaner-Boss lachend. Da lag das Engagement nahe.

Nahe liegt auch, dass das Singspiel mit Rosenmüller wieder bayerischer wird – und mit Lienenlüke politischer. Der 46-Jährige schreibt zur Zeit an der BR-Satireshow „Die Klugscheißer“ von Monika Gruber, Bruno Jonas und Rick Kavanian mit, war Autor für den „Scheibenwischer“ und arbeitete neben vielen anderen mit Andreas Giebel und Helmut Schleich. Er betonte, man werde die Politiker am 27. Februar nicht mit Samthandschuhen anfassen. „Da muss man richtig zulangen. In der Sache hart und kabarettistisch – aber nie persönlich verletzend.“ Begeistert erzählte Steinfatt von der ersten Begegnung zwischen Autor und Regisseur. „Die haben sich auf Anhieb verstanden und Ideen ausgetauscht – aus dem Material dieser eineinhalb Sunden hätten wir den Nockherberg 2013 bis 18 bestreiten können.“

Noch ist freilich nichts spruchreif, und auch die Darsteller des Singspiels will das Team noch nicht benennen. Das vom geschiedenen Autor und Regisseur Alfons Biedermann eingeführte Konzept der Fernsehshow-Bühne werde man jedenfalls nicht weiterverfolgen, sagte Lienenlüke. Und Rosenmüller fügte hinzu, er werde sich bei der Inszenierung „was trauen“ und natürlich seinen Stil einbringen: „Mit fantastischen Elementen, ein bisserl gspinnert.“ Für die Musik ist Gerd Baumann engagiert, der schon länger mit Rosenmüller arbeitet – und die Tölzer Band „Bananafishbones“. Es werde eine Mischung geben aus selbstkomponierten Liedern und umgetexteten Gassenhauern.

Engagiert wurden Rosenmüller und Lienenlüke zunächst nur für den kommenden Nockherberg. „Aber wir hoffen auf eine mehrjährige Zusammenarbeit“, sagte Steinfatt. Die Brauerei werde sich in den kreativen Prozess jedenfalls nicht einmischen. „Irgendwann lassen wir uns das Konzept mal zeigen. Aber jetzt lassen wir die beiden erstmal zusammen spinnen.“

Johannes Löhr

Die besten Bilder der letzten 30 Jahre

Nockherberg: Die besten Bilder der letzten 30 Jahre

auch interessant

Kommentare