Kultfabrik: Mehrere Clubs bald weg?

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Zentrum für Nachtschwärmer: Die Kultfabrik wird sich verändern. Clubs wie das „Willenlos, der „Q-Club“ oder die „Cohibar“ könnten bald wegziehen.

München - Die Diskos in der Kultfabrik öffnen seit drei Monaten ohne richtige Genehmigung. Lokalpolitiker, der Kultfabrik-Chef, aber auch Club-Betreiber sind frustriert. Mehrere Diskos werden das Areal wohl bald verlassen.

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Kein Zweifel: Dieses Gelände ist einzigartig. Die Kultfabrik, eine Partymeile am Ostbahnhof mit verruchten Diskos auf einem spannend-verfallenen Industriegelände. Wo die Firma Pfanni einst Kartoffelknödel herstellte, liegt seit Jahren ein Zentrum für Münchens Nachtschwärmer. Doch die Kultfabrik, die eigentlich für Partylaune stehen soll, sorgt zurzeit bei vielen Beteiligten für Katerstimmung.

„Es ist eine schwierige Situation gerade“, sagt Baskim Kaytas. „Keiner weiß, wie es weitergeht.“ Kaytas ist ein Club-Mogul in der Kultfabrik. Gleich vier Etablissements betreibt er – die Großdisko „Q-Club“, die Cocktailbar „Willenlos“, das Lokal „Boomerang“ für Australien-Fans und die „Cohibar“ im Latinostil. Doch im Moment sei es sehr schwer, etwa wichtige Renovierungen in den Clubs zu planen, sagt er – weil man nicht wisse, wie lange sie auf dem Areal bleiben können.

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In seinem Ärger ist sich Kaytas mit dem örtlichen Bezirksausschuss einig. Von einem „unerträglichen Schwebezustand“ spricht BA-Chef Josef Koch. Der Grund: Ende 2010 lief die Genehmigung für das Partygelände ab. Schon seit über einem Jahr wird über eine Verlängerung des Betriebs diskutiert. Doch ein Vertrag ist noch nicht unterzeichnet. Die Clubs öffnen seit fast drei Monaten ohne Genehmigung. Sie werden aber von der Stadt für die Dauer der Verhandlungen ausdrücklich geduldet.

Der Stadtverwaltung zufolge sind nun die Grundstücks-Eigentümer am Zug, denen die Party-Areale gehören. Ihnen hat die Stadt zugesichert, dass der Betrieb in der Kultfabrik und auf dem benachbarten Partygelände Optimolwerke bis 2016 verlängert werden kann – wenn einige Bedingungen erfüllt sind. Dazu gehört ein neues Sicherheitskonzept, das gemeinsam von den Chefs der Kultfabrik, der Optimolwerke und des angrenzenden IVG-Geländes vorgelegt werden muss. Das aber ist noch immer nicht geschehen.

Kultfabrik-Chef Werner Eckart betont, er könne den Ärger darüber verstehen. „Wir sind selbst frustriert.“ Die Verhandlungen würden stocken, weil ein Grundstücks-Eigentümer noch die Kosten des Sicherheitskonzepts scheue. Auch Eckart würde auf dem Gelände gern Umbauten vornehmen, sagt er – das Areal soll offener, besser beleuchtet und mit neuen Wegen versehen werden. Doch auch dieses Projekt komme derzeit nicht voran. Eckart zufolge spitzt sich das Ringen um die Zukunft der Kultfabrik nun aber zu. „Ich hoffe, es gibt nächste Woche eine Einigung.“ Wenn nicht, müsse man anfangen, über „Alternativen“ nachzudenken. Welche, das ließ er offen.

Doch auch wenn die Einigung kommt, dürften einige bekannte Diskos bald nicht mehr in der Kultfabrik zu finden sein. Denn während einige Betreiber dort sehr zufrieden sind, haben sich manche andere mit der Kultfabrik-Leitung inzwischen massiv überworfen. Die Hintergründe dazu lesen Sie hier im ganzen Artikel auf merkur-online.de.

Johannes Patzig

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