Kultfabrik wird zum Kultquartier

So sieht der Plan für das Gelände aus.

München - Jahrelang steckten die Planungen für ein neues Quartier rund um den Ostbahnhof in einer Sackgasse fest. Jetzt rückt die Realisierung des neuen Viertels näher. So sehen die Pläne für die Kultfabrik aus.

 Am Dienstag beschloss der Stadtrat den Bebauungsplan für das rund 38 Hektar große Areal. Und kurz darauf präsentierten die Grundstückeigentümer ihre Ideen – demnach wird aus der Kultfabrik – Münchens Partymeile Nummer 1 – ein schickes Kultquartier! Die Eckdaten: Das Quartier, das jetzt entgegen den ursprünglichen Planungen – nur noch den Bereich südlich des Ostbahnhofes umfasst, soll ein Mischgebiet werden mit Gewerbe-, Wohn- und Freizeiteinrichtungen. Markantes Erkennungszeichen: fünf bis sechs 60 bis 80 Meter hohe Türme zum Arbeiten und Wohnen.

Vorgesehen sind rund 900 bis 1000 Wohnungen, 20 bis 30 Prozent davon sollen auch für Münchner mit mittleren Einkommen erschwinglich sein. Ganz verschwinden wird die heutige Baustruktur nicht. Teile der Kultfabrik – die alte Pfanni-Kantine, die Klettertürme, die Tonhalle und eine weitere Halle – werden von den Bulldozern verschont. Sie sollen „verfeinert“ und dann zum Zentrum einer neuen Kunst-, Kultur- und Kommerzwelt werden. Doch bis dahin wird noch einige Zeit vergehen.

So sieht's im Stellwerk Ost aus

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Zunächst, so Dr. Rainer Emenlauer, Chef der Berliner ProStadt, die das Projekt für die Eigentümer vorantreibt, stehen weitere Planungen an. Daran schließen sich dann Infrastrukturmaßnahmen an. Und die sind teuer: 50 Millionen Euro schätzt Emenlauer. „Und dann müssen wir erst einmal sehen, wie die Eigentümer diesen Betrag unter sich aufteilen…“

Die Eigentümer: Das sind die Optimol-Werke, die Otec KG, die IVG, Rhode und Schwarz, die Deutsche Telekom und die Stadt München. Ihr Ziel ist ein Baubeginn im Frühjahr oder 2015. Die Architektur des neuen Stadtquartiers lehnt sich an Bauten im New Yorker Stadtteil Chelsea an. Architekt Johannes Ernst vom Münchner Büro Steidle Archtekten beeindruckte dort die Symbiose von alten Hallen, Ladenzeilen und Höfen mit Neubauten, mit denen die vorhandene Bausubstanz teileise sogar überhaupt wurde. Dass es im geplanten Kultviertel weiterhin „hässliche“ Gewerbebauten –wie die von Großhandel Hamberger – gibt, stört den Architekten übrigens nicht. „Eine Stadt lebt von Unterschieden.“

Die zweite Zerstörung Münchens: Bausünden nach dem 2. Weltkrieg

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WdP

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