Kultfabrik wird neues Stadtviertel

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Der Ist-Zustand: Am Ostbahnhof ziehen die Partyzonen Kultfabrik und Optimolwerke Nachtschwärmer an.

München - Auf dem Gelände der Kultfabrik am Ostbahnhof soll ein neues Stadtviertel mit 1000 neuen Wohnungen entstehen. Die Pläne sind ambitioniert - und beziehen auch einige der bestehenden Gebäude ein.

Endlich geht was voran am Ostbahnhof: Demnächst wird der Stadtrat die Planung für das neue Stadtviertel mit bis zu 1000 Wohnungen auf den Weg bringen. Bis der Bau beginnt, darf der Betrieb auf den Partymeilen Kultfabrik und Optimolwerke in zivilisierterer Form weitergehen.

Seit zehn Jahren träumt die Stadt einen Traum: Auf dem Gelände der beiden Partymeilen am Ostbahnhof soll eine Art zweites Haidhausen entstehen. „Rund um den Ostbahnhof“ (Rost) heißt das ambitionierte Projekt, das nun, nachdem die Planungen jahrelang stockten, endlich vorangetrieben wird. Gestern wurde dem Stadtrat der konkrete Bebauungsplan für das Gelände vorgelegt. Zwar wurde der Beschluss noch einmal um zwei Wochen vertagt, weil ein Bezirksausschuss noch angehört werden muss. SPD wie CSU kündigten aber an: Sie werden dem Projekt zustimmen.

Der Soll-Zustand: Ein vielfältiges Viertel soll entstehen

Die Idee ist bestechend: Bis zu 1000 Wohnungen sollen in dem Gebiet entstehen, rings um einen großen Park, der im Zentrum des neuen Viertels angelegt wird. An der Friedenstraße entlang der Bahn können hingegen Bürogebäude, ein Hotel und Veranstaltungsorte Platz finden. Die Stadt will das Viertel insbesondere zu einem Standort für Medienschaffende und andere Kreative entwickeln – und damit an das bereits bestehende Mediaworks-Gelände im Süden anknüpfen.

Doch was Rost wirklich einzigartig machen könnte, ist der Plan, dort vier Gebäude der heutigen Kultfabrik stehen zu lassen – und zu einer neuen „Kulturfabrik“ zu machen. Erhalten bleiben aber nicht etwa verruchte Diskotheken, sondern ein Gebäude mit Künstlerateliers, eine Kletterhalle, ein Restaurant – und die „Tonhalle“, in der Konzerte und andere Veranstaltungen stattfinden. Hierbei handelt es sich um frühere Industriebauten der einst auf dem Areal beheimateten Pfanni-Werke. Die unverwechselbaren Gebäude sollen dem Areal einen eigenständigen Charakter verleihen – und zugleich ein Freizeitangebot für die künftigen Bewohner von „Rost“ bieten.

Werner Eckart, als Chef der Kultfabrik einer der beteiligten Grundstückseigentümer, lobte die neue Planung. „Jetzt wird nicht mehr Tabula rasa gemacht – sondern das neue Viertel kann wachsen.“ Möglich sei auch, dass das Quartier nicht am Stück, sondern schrittweise gebaut wird – je nach Marktlage.

Bis die Bagger anrollen, dürfte in jedem Fall aber noch Zeit ins Land gehen. Mindestens eineinhalb Jahre, vermutlich länger, wird es dauern, bis das Bebauungsplanverfahren abgeschlossen ist. Bis dahin werden auf dem Gelände weiterhin die als Partyareale bekannten Betriebe Kultfabrik und Optimolwerke bestehen. Nach zähen Verhandlungen gewährte die Stadt beiden eine Verlängerung für bis zu fünf weitere Jahre. Wie berichtet, müssen die Betreiber allerdings dafür sorgen, dass es zivilisierter zugeht: Keine Flatrate-Partys, ein besseres Wege-Konzept, mehr Licht, weniger Diskotheken. Eckart wie auch Optimol-Chef Mathias Scheffel berichten, man sei bereits fleißig dabei, diese Vorgaben umzusetzen. Eckart betonte auch, der Fokus solle in der Kultfabrik künftig stärker auf Kunst und Kultur liegen – und weniger auf Nachtclubs.

Johannes Patzig

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