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Kulturstrand auf dem Prüfstand: Stadtrat stimmt Verlängerung zu, will aber Ende des Jahres neu entscheiden

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Von: Sascha Karowski

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Der Name ist Programm: Auf der Bühne am Kulturstrand gibt’s regelmäßig Musik, Kurzfilme oder Lichtkunst.
Der Name ist Programm: Auf der Bühne am Kulturstrand gibt’s regelmäßig Musik, Kurzfilme oder Lichtkunst. © Oßwald

Der Kulturstrand der Urbanauten wird bis 11. September verlängert. Das hat der Stadtrat entschieden. Allerdings kommt das Festival auf der Corneliusbrücke Ende des Jahres auf den Prüfstand. Denn dann läuft ein entsprechender Grundsatzbeschluss aus.

München - Er sorgt nicht nur für Freude: der Kulturstrand der Urbanauten. Der Stadtrat hat tatsächlich ein ambivalentes Verhältnis zu dem Festival auf dem Isarbalkon der Corneliusbrücke. CSU-Fraktionsvize Hans Theiss kritisierte beispielsweise, dass die Erlaubnis für den Kulturstrand jahrein, jahraus immer wieder verlängert werde. „Täglich grüßt das Murmeltier“.

Kulturstrand München wird verlängert: „Ich finde das eine bodenlose Frechheit“

Genehmigt war der Strand vom 6. Mai bis 6. August. Veranstalter Benjamin David hatte laut Theiss „relativ bald im Mai den Antrag auf Verlängerung bis in den Oktober gestellt“. Das sei vom damaligen Kreisverwaltungsreferenten Thomas Böhle (SPD) abgelehnt worden. Theiss spricht weiter von einer Salamitaktik, weil sodann immer wieder Anträge für Verlängerungen gestellt wurden, zunächst bis zum 21. August, nun bis zum 11. September. „Ich finde, das ist eine bodenlose Frechheit, sechs bis acht Wochen Verlängerung kriegt man nicht, dann nimmt man immer kleinere Zeitspannen.“

Theiss sprach von Grünem Filz, denn David ist Mitglied der Ökopartei, ebenso wie die neue Chefin im KVR, Hanna Sammüller-Gradl. „Hier werden Sonderrechte beansprucht, so verstehen wir nicht die Aufteilung von öffentlichem Raum.“ Nimet Gökmenoglu (Grüne) widersprach den Vorwürfen, es sei immer wieder die selbe Leier „Grün, grün, grün! Es wäre mir neu, dass wir ein CSU-Mitglied ausschließen, wenn jemand von Euch zufällig eine Veranstaltung genehmigt bekommt.“ Die Urbanauten schafften schließlich nicht nur ein kulturelles Angebot, der Kulturstrand sei auch für Menschen gedacht, die es sich nicht leisten können in den Urlaub zu fahren.

Kulturstrand München kommt auf den Prüfstand: Ende des Jahres wird es einen neuen Beschluss geben

OB Dieter Reiter (SPD) sagte, die nun zu beschließende Verlängerung sei kein Anlass für eine Grundsatzdebatte. Jedoch sei der Kulturstrand weit von einer karitativen Einrichtung entfernt. Auch sehe er kein Alleinstellungsmerkmal. „Im nächsten Jahr werden wir mit einem notwendigen Vorlauf uns das Thema noch mal zur Gemüte führen.“

Dazu ergänzte Münchens KVR-Chefin Sammüller-Gradl, dass es in diesem Jahr jedenfalls keine weitere Verlängerung mehr geben werde. Ob und wie es im nächsten Jahr mit dem Kulturstrand weitergeht, sei derweil offen. „Ende des Jahres läuft der für drei Jahre gefasste Grundsatzbeschluss aus, dann müssen wir ohnehin einen neuen treffen.“

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