Schwarz-Grün bremst Rot aus

Kulturstrand: Standort-Idee abgeschmettert

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Der Kulturstrand sollte einmal quer durch die Stadt ziehen, meist fand er an der Corneliusbrücke statt. Das will die CSU nicht mehr.

München - Kleines Beben im Rathaus: Am Dienstag ließ die CSU ihren Kooperationspartner SPD mit deren Antrag im Regen stehen, den Kulturstrand im kommenden Jahr am Deutschen Museum stattfinden zu lassen.

Stattdessen steigt die Sause am Vater-Rhein-Brunnen.

Bürgermeister Schmid (CSU, r.) und OB Reiter (SPD).

„Völlig unausgegoren“, hieß es bei den Schwarzen über den Vorschlag der SPD, den Kulturstrand zwischen Erhardtstraße und Isar abzuhalten. Und nachdem auch die Grünen wie die CSU per Antrag gefordert hatten, den Kulturstrand 2015 noch einmal am Vater-Rhein-Brunnen stattfinden zu lassen, wurden die Roten überstimmt – auch mit der Stimme von Florian Ranft (FTB). Für SPD-Fraktionsvize Beatrix Zurek ist das kein Drama: „Das gehört zur Demokratie, dass man überstimmt wird.“ Aber was heißt das für das Bündnis? Zurek: „Das war eine praktische Entscheidung und keine politische.“

Auch CSU-Fraktionschef Hans Podiuk will aus dem Votum keinen Kooperationskrawall machen: „Das für viele überraschende gemeinsame Abstimmungsverhalten von CSU, Grünen und FTB zeigt, dass unsere Kooperation mit der SPD nur eine Kooperation und keine Koalition ist.“ Man sei sich in Kernfragen einig, die Zusammenarbeit sei nicht in Gefahr.

Das KVR soll nun für die Zukunft weitere Standorte suchen. Die CSU will, dass die Corneliusbrücke ausfällt. Dort will sie das König-Ludwig-II-Denkmal wieder aufstellen, außerdem habe es da Beschwerden gegeben. Außerdem soll der Kulturstrand ergebnisoffen ausgeschrieben werden. Bislang hatten immer die Urbanauten den Zuschlag bekommen.

Bei der Radlkampagne kam die nächste Überraschung: Die CSU stimmte dafür, dass die Stadt künftig jährlich 800 000 Euro für die Fortführung der Aktion locker macht. Damit lag sie auf Linie der SPD und der Grünen. Was hatte CSU-Fraktionschef Hans Podiuk als Oppositionsvize noch über die Kampagne gelästert … Grünen-Fraktionschef Florian Roth kommenterte die CSU schlicht als: „wendig“.

Johannes Welte

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