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Kunstsupermarkt zum vierten Mal in München: „Wer ein Gemälde kaufen will, nimmt es einfach von der Wand“

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Von: Cornelia Schramm

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Mario Terés, Gründer des Kunstsupermarktes, zeigt ein Gemälde der Künstlerin Lourdes Ral.
„Kunst für alle“ lautet sein Motto: Mario Terés, Gründer des Kunstsupermarktes, zeigt ein Gemälde der Künstlerin Lourdes Ral. Die Spanierin hat in ihren Bildern die Corona-Krise und den Lockdown verarbeitet. © Marcus Schlaf

„Kunst für alle“ lautet sein Motto: Mario Terés bietet Ölgemälde, Fotografien und Drucke für jeden Geldbeutel an - und das mitten in der Fußgängerzone. „Kunstsupermarkt“ nennt er sein Konzept.

Ein echter Salvador Dalí wandert hier zwar nicht über die Ladentheke, dafür aber Werke des neuseeländischen Surrealisten Nick Fedaeff. Wer auf Pop-Art steht, greift zu Werner Döppner. 5000 Originale von 80 Künstlern aus aller Welt gibt’s bis zum 12. Februar mitten in der Fußgängerzone zu bestaunen – aber nicht nur das: Die Kunstwerke an der Neuhauser Straße 15 stehen auch zum Verkauf.

Unerschwinglich? Keinesfalls! Denn Kunsthistoriker Mario Terés setzt bei seinem „Kunstsupermarkt“ auf das Konzept „Kunst für alle“. Die Werke, darunter Ölgemälde, Fotografien, Aquarelle, Zeichnungen und Drucke kosten zwischen 69 und 359 Euro. Nur vereinzelt sind sie teurer. Berührungsängste sind unbegründet: „Wer ein Gemälde kaufen will, nimmt es von der Wand und trägt es zur Kasse“, sagt Terés. „Kunst macht glücklich, daher sollte sie sich jeder leisten können.“

Kunst – ohne Berührungsängste: Montag bis Samstag hat Terés’ Laden von 11 bis 19 Uhr geöffnet.
Kunst – ohne Berührungsängste: Montag bis Samstag hat Terés Laden von 11 bis 19 Uhr geöffnet. © Marcus Schlaf

Kunst für alle: Kunstsupermarkt kommt zum vierten Mal nach München

„Supermarkt“, das klingt nach Massenware, doch das ist nicht der Fall. „Das sind alles Unikate“, betont Terés, der das Projekt in München heuer zum vierten Mal auf die Beine gestellt hat. Nicht nur die professionellen Künstler und ihre Werke muss er dafür auswählen, sondern auch geeignete Räume finden. Nicht ganz einfach, denn die Lage muss stimmen. „Die ist wichtig“, sagt Terés. „Schließlich sollen die Menschen nicht zur Kunst kommen, sondern die Kunst zu ihnen.“

Damit sich auch jeder hineintraut, steht „Eintritt frei“ an der Tür. „Wir wollen die Kunst von ihrem elitären Sockel heben“, sagt Yo Franklin (59), die den Supermarkt in München leitet und dort auch ausstellt. Wie viele der Künstler verarbeitet auch die Oberhachingerin die Corona-Krise in ihrem Atelier. „Je dunkler der Lockdown, desto bunter die Farben“, sagt sie und deutet auf eines ihrer neonfarbenen Gemälde.

„Je dunkler der Lockdown, desto bunter sind meine Bilder“, sagt Yo Franklin, Leiterin des Kunstsupermarktes.
„Je dunkler der Lockdown, desto bunter sind meine Bilder“, sagt Yo Franklin, Leiterin des Kunstsupermarktes. © Marcus Schlaf

Weniger abstrakt ging die Spanierin Lourdes Ral ans Werk: Ihre Lockdown-Arbeiten zeigen einsame Menschen hinter Fenstern, während sich auf aktuelleren Bildern die Cafés in Barcelona wieder füllen. (sco)

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