Überraschungs-Fund in Salzburg

Gurlitts Schatz ist noch größer

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Die Tagesschau berichtete am Mittwoch über den Fund.

Salzburg/München - Im Salzburger Haus von Cornelius Gurlitt befinden sich deutlich mehr Kunstwerke als gedacht: Die Anwälte des Sammlers entdeckten bei einer zweiten Durchsuchung weitere Bilder. Ein erstes Gemälde will Gurlitt demnächst an seine rechtmäßigen Besitzer zurückgeben.

Die Anwälte des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt haben in dessen Haus in Salzburg eine überraschende Entdeckung gemacht: Der Schatz ist noch größer als angenommen. Bereits Mitte Februar war bekannt geworden, dass Gurlitt nicht nur in seiner Schwabinger Wohnung wertvolle Bilder verwahrt hatte, sondern auch in Salzburg. Damals teilte Gurlitts Sprecher Stephan Holzinger mit, das sich unter den 60 Bildern Werke von Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir und Pablo Picasso befinden.

In diesem Haus fanden Gurlitts Anwälte weitere Kunstwerke.

Wie die Tagesschau am Mittwochabend berichtete, lagerten in dem zweistöckigen Gebäude insgesamt 238 Gegenstände. Unter den Künstlern der Ölgemälde und Aquarelle befinden sich Namen wie Monet, Corot, Renoir, Manet, Courbet, Pissaro, Gauguin, Toulouse-Lautrec, Liebermann, Cézanne und Nolde. Sämtliche Kunstwerke befinden sich an einem geheimen Ort und werden von Experten untersucht.  

Zudem kündigte Gurlitts Betreuer Christoph Edel an, sein Mandant möchte alle Werke unter NS-Raubkunstverdacht an die rechtmäßigen Besitzer zurückgeben. Schon bald soll das Porträt "Sitzende Frau" von Henri Matisse an die Nachfahren des Pariser Kunstsammlers Paul Rosenberg gehen. Das von den Nazis geraubte Werk gehörte zeitweise zur Kunstsammlung Hermann Görings und war auf Umwegen in den Besitz der Familie Gurlitt gelangt.

Die Augsburger Staatsanwaltschaft will das Bild „Sitzende Frau“ von Henri Matisse aus der Sammlung von Cornelius Gurlitt an die Erben des jüdischen Vorbesitzers herausgeben. „Die Staatsanwaltschaft wird, wenn eine entsprechende Vereinbarung vorgelegt wird, und der Betreuer des Beschuldigten mitteilt, dass aufgrund dessen das Bild herausgegeben werden darf, dies gerne tun“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag.

Die Taskforce zu Aufklärung des spektakulären Münchner Kunstfunds hat die Absicht des Sammlers Cornelius Gurlitt begrüßt. „Die aktuellen Ereignisse sehe ich im Sinne einer gerechten und fairen Lösung sehr positiv“, sagte die Vorsitzende Ingeborg Berggreen-Merkel

Anfang 2012 hatten Steuerfahnder im Zuge von Ermittlungen in der Münchner Wohnung Gurlitts rund 1280 Kunstwerke entdeckt und beschlagnahmt. Rund 500 der zum Teil sehr wertvollen Objekte stehen im Verdacht, Nazi-Raubkunst zu sein. Der Schwabinger Kunstfund kam erst im November 2013 an die Öffentlichkeit und sorgte international für großes Aufsehen.

Staatsanwalt will Einigungen zwischen Gurlitt und Erben prüfen

Die Augsburger Staatsanwaltschaft wird mögliche Übereinkünfte zwischen dem Kunstsammler Cornelius Gurlitt und Erben jüdischer Kunstbesitzer eingehend prüfen. „Wenn uns derartige Vereinbarungen vorgelegt werden, werden wir prüfen, ob es möglich ist, Rechten von Geschädigten zur Geltung zu verhelfen, ohne dass Rechte anderer verletzt oder prozessuale Belange beeinträchtigt werden“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Das sei aber rein hypothetisch. Bislang liege der Behörde keine Vereinbarung zwischen Gurlitt und Erben vor.

cal/dpa

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