Servus, Chef

Mühlhäuser-Abschied nach 17 Jahren bei den SWM

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Servus! SWM-Chef Kurt Mühlhäuser und OB Christian Ude verabschieden sich im Alten Rathaus.

München - Auch der Oberbürgermeister musste sich in die lange Schlange im Alten Rathaus stellen. 240 Gäste waren gekommen, um den Geschäftsführer der Stadtwerke, Kurt Mühlhäuser (69), zu verabschieden.

17 Jahre lang war Mühlhäuser Chef von 7000 Mitarbeitern, gestern sagte er „Servus“ zu seinem Freund und Vorgesetzten Christian Ude (SPD).

Dabei war es vor allem der OB, der den Scheidenden in den höchsten Tönen lobte. „Ich kenne ihn seit 40 Jahren und habe in unglaublichem Maße von ihm profitiert“, erklärte Ude. Mühlhäuser, damals Gründer der Mieterberatung, habe ihn in das Mietrecht eingeführt. „Dann bin ich Mietanwalt geworden.“

Ude sparte nicht mit Lob: „Für mich heißt SWM nicht ‚Stadtwerke München‘ sondern ‚Stark wegen Mühlhäuser‘.“ Wie so oft an diesem Vormittag folgen die Erfolgszahlen als Beweis: Mühlhäuser habe als „Kommunalpolitischer Vordenker“ bei den Stadtwerken gestartet, als diese als Monopol-Unternehmen noch 135 Millionen Mark Defizit verzeichneten – vergangenes Jahr habe der operative Gewinn bei über 500 Millionen Euro gelegen. „Und das ist nur die ökonomische Betrachtung.“

Florian Bieberbach (39), sein Nachfolger ab 2013, unterstrich dessen menschliche Seite mit einer Anekdote: Als auf einer Geschäftsreise all seine Mitarbeiter am Flughafen gleich in ein Taxi sprangen, habe der Chef auf der anderen Straßenseite auf den Bus gewartet. „Wie man auch an seinem Auto sieht, hatte er geradezu eine Abneigung gegen Statussymbole. Er war sparsam und ihm waren Big-Boss-Allüren fremd.“ Die Latte für den jungen Nachfolger hängt hoch: „Du hast uns Ziele gesetzt, die uns noch Jahrzehnte beschäftigen werden.“

Mühlhäuser und seine Frauen

Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau, heißt es. „Bei mir waren es sogar vier“, sagte Kurt Mühlhäuser in seiner Rede. Er ­bedankte sich bei seiner ­persönlichen Mitarbeiterin Brigitte Jerlitschka (nicht im Bild) – und wandte sich an seine Frau Gisa und die Töchter Katja (l.) und Anna Lena. „Bei ihnen habe ich viel Kraft geschöpft.“ Sein Fazit: „Ohne diese vier Frauen hätte ich das nie durchgestanden.“

nba

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