Kunstwerk auch ohne „Wow-Effekt“ teuer

München - Eine Kunstliebhaberin hat bei einer Künstlerin eine Installation in Auftrag gegeben. Doch als diese fertiggestellt war, fehlte der Frau einfach der "Wow-Effekt". Zahlen muss sie nun aber trotzdem.

Wer ein Kunstwerk in Auftrag gibt, muss es auch bezahlen, wenn es wider Erwarten nicht gefällt. Im konkreten Fall hat das Münchner Amtsgericht laut Mitteilung vom Dienstag eine Kunstliebhaberin zum Kauf eines von ihr bestellten Werks verurteilt (AZ 224 C 33358/10). Sie muss nun doch den gesamten Preis für eine Treppenhausinstallation in Höhe von 4500 Euro zahlen. Zunächst hatte sie nur die Hälfte der Rechnung überwiesen und sich dann geweigert, die noch ausstehenden 2250 Euro zu begleichen. Sie forderte stattdessen sogar die schon bezahlte Summe zurück. Als Begründung gab sie an, dass sich der erhoffte „Wow-Effekt“ bei dem Kunstwerk nicht eingestellt habe.

Eine Kunstberaterin, die zwischen Käuferin und Künstler vermittelt hatte, beharrte jedoch auf dem Geld und klagte. Das Gericht gab ihr Recht: Mit der Installation sei die vertraglich geschlossene Vereinbarung ordnungsgemäß erstellt worden. Wegen der Gestaltungsfreiheit des Künstlers sei vielmehr die Käuferin verpflichtet, sich vorab mit den Eigenarten des Künstlers vertraut zu machen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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