KVR-Chef über den Flüchtlingsstreik

Blume-Beyerle: "Wir können nichts ändern"

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Machte sich selbst ein Bild: KVR-Chef Blume-Beyerle.

München - Langsam wird die Lage am Sendlinger Tor kritisch: Am Mittwoch mussten gleich vier Flüchtlinge ins Krankenhaus gebracht werden. Der Grund: Schwächeanfälle! Dazu litten alle an starken Nierenschmerzen.

Die 34 Männer nehmen seit Mittwoch auch keine Flüssigkeit mehr zu sich. „Einige von uns fühlen sich kontinuierlich schlechter“, hieß es in einer Mitteilung der Männer. „Es könnte sein, dass einige in den nächsten Stunden bewusstlos sein werden.“

Dennoch betonten die Demonstranten, dass man weiterhin im Hungerstreik bleiben werde. Ihre Forderungen: Man wolle frei reisen dürfen, als Asylbewerber anerkannt werden und nicht mehr in Lagern untergebracht werden.

Wird der Platz am Sendlinger Tor nun aus Sicherheitsgründen bald geräumt? „Nein“, sagt KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle gegenüber der tz. „Wir beobachten die Situation genau und werden medizinisch sofort helfen.“ Dennoch wundere man sich über die „abstrakten Forderungen“ der Flüchtlinge. Besonders weil die Stadt und auch die Staatsregierung der falsche Ansprechpartner seien. Blume-Beyerle: „Wir können nichts ändern.“ Hier gehe es ja unter anderem um die Änderung der Flüchtlingsgesetze. OB Dieter Reiter (SPD) hatte am Montag mit den Flüchtlingen gesprochen und Hilfe angeboten, wenn sie ihren Protest beenden. Die Demonstranten lehnten ab.

Der Integrationsbeauftragte der Landesregierung, Martin Neumeyer (CSU), kritisierte den Hungerstreik. „Die Bereitschaft unserer Bürgerinnen und Bürger, den bei uns ankommenden Flüchtlingen zu helfen, war selten so groß wie in diesen Tagen“, so Neumeyer. Der Hungerstreik verzerre das Bild der Flüchtlinge.

age

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