Wahlkampf-Wahnsinn in der Stadt

Wildwuchs! KVR räumt 500 Plakate weg

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Superwahlkampf im Superwahljahr: Die Parteien haben München bislang mit 51 000 Plakaten zugepflastert – eine rekordverdächtige Zahl

München - In München gibt es Wahlkampf-Wildwuchs wie noch nie! Das KVR lässt sogar 500 Plakate wieder abbauen, weil sie Autos, Radlern und Fußgängern gefährlich werden können. Sonst hagelt es Geldstrafen!

Es kam, wie es kommen musste: Die Parteien haben sich im März im Stadtrat selbst die Plakat-Regeln gelockert. KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle hatte die Politiker noch zur Verantwortung gemahnt. Vergeblich – jetzt gibt es Wahlkampf-Wildwuchs wie noch nie! Das KVR lässt sogar 500 Plakate wieder abbauen, weil sie Autos, Radlern und Fußgängern gefährlich werden können. Sonst hagelt es Geldstrafen!

Superwahljahr (Landtag am 15. September, Bundestag am 22. September) heißt auch Superwahlkampf –die schiere Masse an Werbung ist laut KVR auf Rekord-Niveau. Die Parteien haben rund 51 000 (!) Plakate in der Stadt geklebt. Würde man die rund 1,20 Meter hohen DIN A0-Plakate aneinander legen, wären sie 61,2 Kilometern lang – ein Weg fast so weit wie von München nach Ingolstadt oder Garmisch! Die Parteien lieben Plakate, weil sie damit das Stadtbild und die Aufmerksamkeit der Wähler erobern wollen. Dabei sind die Botschaften meist genau so flach wie die Plakate …

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Nachdem der KVR-Chef schon Anfang August die Parteien per Brief warnte, las Stadtdirektorin Claudia Vollmer ihnen im Rathaus die Leviten: 500 Standorte haben die Kontrolleure moniert – quer durch alle Parteien! Wenn die nicht in einer Woche abgebaut werden, drohen pro Stück 250 Euro Strafe.

Das gefährliche Grünen-Plakat im Westend

Mal ragt ein Ständer auf den Radweg, mal werden Fußgänger behindert, mal verdeckt ein Plakat sogar die Kinder am Zebrastreifen. Wie zum Beispiel im Westend: Der ADAC hatte Anfang August vor der Gefahr für die Kleinen gewarnt – mit einem Bild eines Grünen-Ständers. Die Plakate standen am Donnerstag noch. Der Vorsitzende Sebastian Weisenburger wusste bis zur tz-Anfrage nichts davon, versprach aber, den Ständer sofort abzubauen: „Wir wollen nicht den Verkehr gefährden. Wenn es Kritik gibt, beseitigen wir das so schnell wie möglich.“

Die CSU hat nochmal alle Standorte überprüft. „Wir mussten wenige korrigieren“, sagt Bezirksgeschäftsführer Frank Gübner. Er führt den Wildwuchs vor allem auf die kleinen Parteien zurück, die in den letzten Tagen klebten. Münchens SPD-Chef Hans-Ulrich Pfaffmann versteht das KVR zwar und verspricht Abhilfe: „Aber Bußgelder oder gar Abbautrupps halte ich für komplett übertrieben.“

David Costanzo

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