LaBrassBanda in der Oly: Die Konzert-Kritik

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Stefan Dettl ist der Frontmann von LaBrassBanda

München - LaBrassBanda zelebrieren ihre "uncoole Blechmusi" in der vollgestopften Münchner Olympiahalle. Doch genau in dieser Spielstätte liegt auch das Problem der Gruppe. Die Konzert-Kritik:

Sie haben's geschafft, die fünf Buam aus Übersee am schönen Chiemsee: Vier Jahre, 500 Konzerte und der Tour-Abschluss in der vollgestopften Münchner Olympiahalle. Diese rasante Überholspur-Sause auf ihrer "Autobahn" mussten LaBrassBanda natürlich bombastisch feiern – doch verrieten sich die Weißbier-Genießer dabei selbst.

So wirkt Musik auf unseren Körper

So wirkt Musik auf unseren Körper

Ihre „uncoole Blechmusi“ wird immer noch von den großen Radio-Stationen verschmäht, hat ihren Erfolg der Mundpropaganda ausgehend aus den bayrischen Dörfern und dem Speckgürtel Münchens zu verdanken. Und das dann ausgerechnet diese verrückten Bläser (alle etwa 30 Jahre alt) diese Halle bis zum letzten Platz füllen...

„Das ist einfach der Wahnsinn!“, verkündet Sänger Stefan Dettl gleich zu Beginn. Natürlich verlangt das nach einer „saugeilen Party“, verlangt nach Bayern-Techno-Rap und Polka-Irrsinn. So blasen die Fünf drei Stunden lang „bis Bluad fließt“, und schlittern so rein ins Problem: Denn manche ihrer Laidl sind eher für Spielstätten wie ihre erste, die Glocke in der Glockenbachwerkstatt, konzipiert: In der Olympiahalle verlieren sie ihren Pfiff, verkommen zum Einheitsbrei.

Einzig Manuel da Colls Schlagzeug fügt sich in die Umgebung, die Posaune von Manuel Winbeck dagegen klingt ungewöhnlich blechern, Dettls Gesang wird oft vom Nachhall verschluckt. Und seine Teufelstrompete gönnt sich eine Auszeit, schwebt mit Engel Aloisius im siebten Himmel.

Doch ihre Fans kennen eh jedes Liadl, jede Dirndl-Gschicht auswendig. Sie machen Dettls Bayrisch-Kurse bereitwillig mit, sogar die Yoga-Meditationen sind ihnen nicht zu blöd. Und die Buam aus Übersee? Die Wandern mit Sack, Pack und Instrumenten mal quer durch die Halle, stürzen sich am Ende gar vollends ins Publikum.

Fanbindung auf bajuwarische Art – doch bitte das nächste Mal wieder in einem kleineren Rahmen. Die Glocke wäre jetzt wieder passend, da serviert dann bestimmt auch ein hübsches Dirndl das energiefördernde dunkle Weißbier.

Angelika Mayr

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