CSU verschärft den Kampf gegen die Saubären

Lärm und Müll: Gibt es bald eine Isar-Polizei?

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Party-Zone an der Isar: Im Sommer treffen sich hier Hunderte Feierwütige.

München - Lärm und Müll an der Isar nehmen die Überhand. Deswegen fordert die CSU die Einrichtung eines städtischen Ordnungsdienstes. Heißt: Die Isar-Polizei soll kommen!

Der Sommer ist zurück: Tausende Münchner strömen wieder an den Flaucher, um zu grillen und zu feiern – Müllberge und Scherben sind die Folge. Jetzt hat auch OB Dieter Reiter (SPD) die Nase voll und überlegt, die Abfälle nicht mehr beseitigen zu lassen. Und das ist nicht alles: Nach einem Bericht des Münchner Merkur fordert die CSU die Einrichtung eines städtischen Ordnungsdienstes. Heißt: Die Isar-Polizei soll kommen!

Vor allem am Flaucher treffen sich an lauen Abenden Hunderte vornehmlich junge Menschen auf den Kiesbänken, um zu grillen, zu feiern, Musik zu hören – und zu trinken. Oft friedlich, aber immer häufiger ohne Rücksicht auf Verluste. Von „Ballermann-Atomsphäre“ ist die Rede, der Tierpark klagte jüngst über dicke Rauchschwaden, die von den Grills in die nahen Gehege zögen und die Tiere verschreckten.

Die Gelage dauern vor allem am Wochenende bis in die Morgenstunden. „Manche zerdeppern auch mutwillig die Flaschen, die spielen sogar damit Kegeln“, sagt Reiter genervt. Den städtischen Mitarbeitern bietet sich am Morgen danach oft ein Bild der Verwüstung. Bis zu vier Tonnen Müll sammeln sie ein. Jetzt gibt es sogar Überlegungen, den Müll nicht mehr wegräumen zu lassen. Der OB könnte sich damit anfreunden. Er hofft auf einen „erzieherischen Effekt“.

Zudem will die Politik mehr Polizei an der Isar einsetzen. In einem Antrag der Stadt-SPD heißt es: „Die Kontrollen an der Isar werden deutlich verstärkt, vor allem die Polizei muss erheblich mehr Präsenz zeigen und Hinweisen tatsächlich auch nachgehen.“ Nur: Zersplitterten Bierflaschen hinterherzuermitteln, ist nicht die Aufgabe der Polizei. Die Einhaltung der Grünanlagensatzung ist Aufgabe der Stadt. Die hat einen privaten Sicherheitsdienst engagiert, dessen Mitarbeiter ab 22 Uhr patrouillieren. Doch die Motivation der Leute, sich mit einer Horde Betrunkener auseinanderzusetzen, ist gering. Zudem verfügen sie nicht über die Befugnis, Bußgelder zu verhängen. Ihnen bleibt nur, freundlich um Sauberkeit zu bitten. Die CSU fordert daher in einem aktuellen Antrag, die Einrichtung eines kommunalen Ordnungsdienstes zu prüfen. Derzeit gebe es niemanden, der zuständig sei, wenn Besucher den Flaucher vermüllten, sagt Michael Kuffer, stellvertretender Chef der Rathaus-CSU. Mitarbeiter eines kommunalen Sicherheitsdienstes hingegen könnten mit weitreichenden Kompetenzen ausgestattet werden.

„Ein kommunaler Ordnungsdienst darf aber keine Ausweise kontrollieren. Dann kann man sich sein Bußgeld in die Haare schmieren“, sagt hingegen SPD-Fraktionschef Reissl. Er plädiert für eine „konzertierte Aktion aller Akteure“ und eine verstärkte Polizeipräsenz an der Isar.

U. Lobinger

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