So läuft die große Anti-Atom-Demo am Samstag

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Anti-Atom-Demo im Februar 2010 am Marienplatz

München - Das wird die größte Demo seit Jahren: Bis zu 15 000 Teilnehmer erwarten die Organisatoren zur Anti-Atom-Menschenkette am Samstag quer durch die Stadt. So läuft die Aktion:

 Damit dürften mehr Bürger auf die Straße gehen als etwa 2007 gegen den Transrapid – und der kam bekanntlich nicht. Ein Bündnis aus Parteien und Bürgerinitiativen ruft zur Kettenreaktion auf, weil die schwarz-gelbe Regierung die Atomkraftwerke länger am Netz lassen will. Das sei unverantwortlich, poltern die Atomkraftgegner.

Mehr als zehn Kilometer soll der Lindwurm lang werden: Quer durch die Stadt wollen die Demonstranten nach eigenen Angaben die „Atomlobby“ an die Kette legen – von der CSU-Zentrale am Energieriesen Eon vorbei zur Technischen Uni, die in Garching einen Forschungsreaktor betreibt, entlang der Bayerischen Landesbank, die einen Meiler in Finnland finanziert habe, bis hin zu Staatskanzlei, Wirtschafts- und Umweltministerium, die den Demonstranten zu atomfreundlich und zu windfeindlich erscheinen.

Von der Laufzeit-Verlängerung betroffen sind auch fünf bayerische Atomkraftwerke – darunter der umstrittene Meiler Isar 1, der bereits seit 1977 am Netz ist, sowie der benachbarte Reaktor Isar 2, an dem die Stadtwerke München 25 Prozent halten und entsprechend verdienen. „Es gibt eine Studie, die besagt, dass Isar 1 unmöglich weiterlaufen kann und 2011 weg muss vom Netz“, sagt Dieter Janecek, Landesvorsitzender der Grünen. Neben SPD, Grünen und Linkspartei beteiligen sich auch die Freien Wähler und die ÖDP am Protest. Das Bündnis peilt eine Wende hin zu erneuerbaren Energien an.

Münchner, die sich nicht an der Aktion beteiligen, müssen ab 14 Uhr mit Verkehrsbehinderungen in der Innenstadt rechnen. „Knapp 100 Polizisten werden die betroffenen Gebiete absperren“, sagt Polizeisprecher Gottfried Schlicht. Auch die Beamten rechnen mit bis zu 20 000 Teilnehmern.

DAC, TAF

Das Programm

Um 13 Uhr beginnt am Samstag an drei Treffpunkten das Vorprogramm zur Menschenkette – mit Musik, Kabarettisten und Reden: An Königsplatz, Prinzregentenplatz und Staatskanzlei sollen Vetreter der veranstaltenden Organisationen und Parteien auf die Bühne steigen. Ab 14 Uhr verteilen sich die Teilnehmer entlang der Strecke. Um 15 Uhr soll die Menschenkette für 15 Minuten geschlossen stehen – entlang der 10,5 Kilometer langen Strecken. Ab 15.30 Uhr steigt am Odeonsplatz die Abschlusskundgebung mit weiteren Konzerten – etwa von Haindling, Biermösl Blosn, Hans Söllner, dem weltberühmten Saxofonisten Klaus Kreuzeder und der Band von BR-Moderator Christoph Süß. Hauptredner soll OB Christian Ude (SPD) sein.

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