23-Jähriger vor Gericht

Laien-Anwalt: Jetzt ist er selbst angeklagt

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Andreas Schachtner.

München - Andreas Schachtner (23) ist eigentlich Mechatroniker, aber arbeitet auch als Laien-Anwalt vor Gericht. Jetzt ist er selbst angeklagt.

Das Strafgesetzbuch in der rechten, die Prozess-Akten in der linken Hand: So tritt Andreas Schachtner (23) als Verteidiger vor Gericht auf. Eigentlich arbeitet der Gilchinger als Mechatroniker, auch Normalbürger lässt das Strafgericht aber als Laien-Anwalt zu. „Das Fachwissen habe ich mir selbst angelesen und abgeschaut.“

Einige Fälle hat Schachtner sogar bereits gewonnen: Mit seiner Hilfe wurden Prozesse wegen Leistungserschleichung und des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz eingestellt. Am Münchner Amtsgericht vertritt er aktuell einen mutmaßlichen Dieb. Bezahlt wird er nicht. Aber: „Ich kann Menschen unterstützen, denen Unrecht geschieht.“

Am Montag braucht der Laien-Anwalt diese Hilfe selbst – er ist wegen Amtsanmaßung angeklagt. Ein Polizist behauptet, Schachtner hätte sich als Rechtsanwalt ausgegeben, als er im Knast einen Mandanten besuchte. Das ist verboten! Die Berufsbezeichnung darf nur führen, wer Jura studiert und Staatsexamen hat. Schachtner: „Der Beamte hat mich falsch verstanden.“ Vor dem Landgericht verteidigt ihn Hanna Poddig – eine Autorin.

Andreas Thieme

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