73-Jährigen abgezockt

Polizei fasst Opa-Betrüger

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Das Fahndungsfoto des Betrügers in der Bank (kl. Bild)

München - Endlich hat die Polizei den gemeinen Gauner erwischt. Ein 19-Jähriger hat das Bankkonto eines 73-Jährigen wochenlang leergeräumt. Jetzt ging er den Fahndern ins Netz.

Kurze blonde Haar, kernige Figur, keckes Gesicht – der junge Mann auf dem Foto sieht aus wie ein netter Student. Aber der 19-Jährige ist ein fieser Betrüger und räumte einem 73-jährigen Rentner aus Laim wochenlang das Bankkonto leer, brachte ihn um seine Ersparnisse. Die Polizei fahndete per Foto nach ihm. Jetzt ging er den Beamten ins Netz!

Der Fall: Mit einem Komplizen erschlich sich der Täter das Vertrauen des gutgläubigen Rentners und besuchte ihn mehrfach – an einer Biertheke hatten sie sich zuvor kennengelernt. Der 73-Jährige merkte nicht, dass beide Männer immer wieder seine Kreditkarte samt Geheimzahl aus seiner Schublade nahmen, um Geld abzuheben. Sie legten die Karte stets dorthin zurück.

Insgesamt 48 000 Euro hob das Gauner-Paar zwischen dem 4. und 30. August dieses Jahres am Bankautomaten ab. Den sonderbaren Geldschwund bemerkte im Sommer erst der ehrliche Nachbar des Laimer Rentners – ihm überließ der etwas vergess­liche Senior vertrauensvoll den Blick auf die Finanzen. Sofort erstattete der Nachbar Anzeige bei der Polizei.

Erst die Recherchen bei der Pasinger Hausbank des Opfers führten die Beamten auf die richtige Spur: Auf Videoaufzeichnungen erkannte der geschädigte Rentner einen der beiden jungen Männer wieder.

Auch die tz veröffentlichte das Fahndungsfoto am 10. Dezember. Zwei Tage später ging der entscheidende Hinweis bei der Polizei ein: Ein 47-jähriger Angestellter eines Penzberger Hotels hatte einen der Täter erkannt, weil dieser Ende November dort übernachtet hatte. Bei einer Wohnungsdurchsuchung fand die Polizei bei dem 19-jährigen Arbeiter mehrere Kleidungsstücke, die auch auf dem Fahnungsfoto zu sehen sind. Bei seinem 56-jährigen – bereits polizeibekannten – Komplizen lagen mehrere der Bankdokumente. Beide Täter hat die Polizei inzwischen vernommen.

A. Thieme

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