Einbruchsserie: Auch er hat böse Erinnerungen

Laimer Apotheker: Auch bei mir schlugen die Tresor-Knacker zu

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Apotheker Alfred Böhm (65) hat das letzte Fenster vergittern lassen.

Wurde der Laimer Apotheker Alfred Böhm auch Opfer der Einbrecher, die in der Nacht zum Samstag beim Einbruch ins Café Westend geschnappt wurden?

München - Das ganze Westend spricht über den dreisten Raubzug der Tresorknacker, die in der Nacht zum Samstag zuerst ins Burger-Lokal Hans im Glück in der Bergmannstraße einstiegen und dann den Tresor im Café Westend in der Ganghoferstraße mit brachialer Gewalt knackten. Am mutigen Polizeihund Cox scheiterten die Täter – ein Kroate (25) und ein Kosovare (19). Von einem mutmaßlichen dritten Täter fehlt jede Spur.

Mit Interesse verfolgt der Laimer Apotheker Alfred Böhm (65) am Montag unsere Berichterstattung. Denn es ist gut möglich, dass er auch das Opfer genau dieser Panzerknacker wurde. Mit der gleichen brachialen Gewalt hatten Einbrecher in der Nacht zum 5. März seine Apotheke heimgesucht, den Tresor aufgebrochen und Geld, Kosmetik, aber vor allem auch unter das Betäubungsmittel-Gesetz fallende Drogenersatzstoffe gestohlen – eine eigene Währung in den Kreisen Drogensüchtiger. Die Polizei prüft Zusammenhänge. Alfred Böhm erinnert sich ungern an den Morgen des 5. März, als er um 7.30 Uhr in seiner verwüsteteten Hahnen-Apotheke in der Fürstenrieder Straße 65 in Laim stand. Die Täter waren auch hier über den Hof ins Apotheken-Labor eingestiegen: „Ich hatte alle Fenster vergittert – bis auf eines, wegen des Fluchtwegs. So verlangte es die Berufsgenossenschaft.“

Ziel der Einbrecher: Die Hahnen-Apotheke in der Fürstenrieder Straße 65.

Die fünf Zentimeter dicken Stahl-Beschläge der Labortür wurden mit einem Hebelwerkzeug einfach aufgebogen – ein gewaltiger Kraftaufwand. „Durchs Labor gelangten die Täter dann ungehindert in unsere Geschäfts- und Büroräume.“ Jede Schublade, jedes Regal wurde durchwühlt und sogar der Spezial-Kühlschrank mit Seren, Insulinen und Impfstoffen. Alles war verdorben, weil die ganze Nacht die Tür offen stand. „Die Kühlschrank-Technik verriet uns aber die Tatzeit: Es war Sonntag, der 4. März um 19.45 Uhr.“

Die aufgebrochene Labor-Tür.

Den Gesamtschaden schätzt Böhm auf rund 8000 Euro. Das zahlt die Versicherung. Jetzt hat Böhm auch das letzte Fenster vergittern lassen – mit einem von innen zu öffnenden Schloss. Für die psychischen Folgen aber zahlt niemand: „Die Bilder meiner Kinder lagen auf dem Boden. Es ist ein ungutes Gefühl, dass Fremde hier im Persönlichsten gewühlt haben. Das brauchen wir nie wieder.“

Dorita Plange

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