Wer macht denn so etwas?

Aufgehängter Bussard an Bahngleis gefunden

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Dr. Sophia Engel vom Landesbund für Vogelschutz sah sich den Bussard am Montag an und schaltete die Polizei ein: „Ich will wissen, woran der Vogel starb“.

München - Wer macht denn so etwas? Ein schauriger Fund zwischen dem Lidl-Parkplatz und der Bahnlinie an der Landsberger Straße 374 rief am Montag die Polizei auf den Plan.

In etwa zwei Metern Höhe hing ein aufgeknüpfter Mäusebussard in einem Baum. Um den Hals und den Flügel des schönen Tieres wurde eine auf einem Stock befestigte Drahtschlinge geschlungen, die den linken Flügel schaurig auffächert. Eine Angestellte in einem nahen Bürokomplexes hatten das Tier entdeckt und den Landesbund für Vogelschutz (LBV) informiert. Vom Lidl-Parkplatz aus ist der gehenkte Vogel nicht zu sehen. Dafür müsste man erst den breiten Grünstreifen und zwei alte Rangiergleise unterhalb des Bahndammes überqueren.

Dr. Sophia Engel, Fachfrau für Vogelschutz und Vogelkunde beim Münchner LBV fuhr am Mittag hinaus und sah sich am Bahngleis um. Auch sie hat keine Erklärung für dieses seltsame Szenario: „Es gibt manchmal Leute, die einen gemeinen Spaß daran haben, andere zu erschrecken. Doch das scheidet an diesem einsamen Platz wohl aus. Eine Vergrämungsaktion ist auch wenig wahrscheinlich, weil andere Vögel sich davon nicht beindrucken lassen.“ Sie rief die Polizei dazu: „Wir möchten gern wissen, ob das Tier vergiftet oder geschossen wurde. Ich gehe von einer illegalen Tötung aus. Sollte sich das bestätigen, erstatten wir Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.“ Der Bussard muss am Wochenende dort aufgeknüpft worden sein. Denn am Freitag war er noch nicht da.

Sucht man im Internet nach vergleichbaren Fällen, stößt man auf Hass-Aktionen von Kleintierzüchtern oder Jägern, die allerdings eher den Habicht jagen, der Tauben, Kaninchen, Rebhühner und Feldhasen schlagen kann.

jam/dop

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