Nächtlicher Lärm

Auch auf kleinen Straßen in Laim liefern sich Raser jetzt Autorennen 

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Unfallschwerpunkt: Regelmäßig führt die Polizei Geschwindigkeitskontrollen an der Landsberger Straße (Foto) und der Fürstenrieder Straße durch. 

Große Straßen wie die Landsberger oder Fürstenrieder Straße in Laim sind bekannt für rasende Autos. Dass sich Autofahrer nun auch immer häufiger auf kleinen Straßen in Laim Rennen liefern sollen, ist jedoch neu.

Erst am Dienstag, 4. April, war ein 19-jähriger Mann mit 101 Stundenkilometern auf der Fürstenrieder Straße doppelt so schnell unterwegs wie erlaubt. Da sich in unmittelbarer Nähe zwei Schulen befinden, führt die Münchner Polizei dort besonders häufig Radarmessungen durch. Dass sich Autofahrer nun auch vermehrt auf kleinen Straßen in Laim Rennen liefern sollen, ist jedoch neu.

Ein Bürger beklagte sich beim örtlich zuständigen Bezirksausschuss (BA) Laim über die nächtlichen Raser. Er schilderte den Lokalpolitikern, dass seit Ende Januar nachts auch in kleineren Straßen, wie der Riegerhof- und Valpichlerstraße, Rennen stattfinden würden. Die aufheulenden Motoren hätten ihn wiederholt aus dem Schlaf gerissen. Der Anwohner informierte zwar die Polizei, doch als die Streife dort fünf Minuten später eintraf, waren keine rasenden Autos mehr in Sicht.

Der Laimer Polizeichef Peter Gloël war in der jüngsten BA-Sitzung und wunderte sich, wie in solch schmalen Straßen überhaupt zwei Autos nebeneinander passen sollen. „Die Straßen eignen sich eigentlich nicht für Autorennen.“ Doch auch BA-Mitglied Alexander Schöttel (CSU) wohnt dort und bestätigte die Wahrnehmung von nächtlichen Rasern. „Besonders in den Nächten am Wochenende hört man deutlich mehr Raser oder aufheulende Motoren als sonst.“ Gloël versicherte, dass die Polizei dieses Problem ernst nehme und bereits zwei Mal pro Woche an unterschiedlichen Stellen in Laim Geschwindigkeitskontrollen durchführe. Besonders nachts sei die Polizei aber auf Hinweise der Bürger angewiesen, um die Raser erwischen und stoppen zu können.

Polizei misst regelmäßig Geschwindigkeiten an der Landsberger Straße

Die Landsberger Straße, auf Höhe der Friedenheimer Brücke und die Fürstenrieder Straße, nahe des dortigen Schulzentrums gehören zu den regelmäßig wiederkehrenden Messpunkten der Polizei. Seit Januar des vergangenen Jahres führte die Polizei dort nach eigenen Angaben an 133 Tagen Geschwindigkeitskontrollen durch. Durch diese Radarmessungen kam es zu 842 Anzeigen, wobei insgesamt elf Autos mit einem Tempo von mehr als 100 Stundenkilometern geblitzt wurden. Autorennen wurden während dieser Kontrollen nach Angaben der Polizei keine festgestellt. 

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Johanna Sagmeister

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