Geldtransporter-Überfall

Mörderischer Kampf um die Laim-Million: Angeklagter lacht vor Gericht - der Haupttäter schweigt

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Mit einem Aktenordner verdeckt Bahrudin B. (24) sein Gesicht im Gerichtssaal der JVA Stadelheim. Dort wird ihm wegen besonders schweren Diebstahls der Prozess gemacht.

Von der Beute des millionenschweren Geldtransporter-Diebstahls von Laim fehlt weiter jede Spur. Vor Gericht schweigt der Haupttäter.

Update vom 9. September: Im Hochsicherheitsgerichtssaal der JVA Stadelheim wird gegen Terroristen und Schwerverbrecher verhandelt – doch Bahrudin B. (24) lacht. Die Atmosphäre macht den Serben nicht nervös: Er scheint sich keine Sorgen zu machen, obwohl er wegen besonders schweren Diebstahls angeklagt ist. Vergnügt grüßt B. seine Angehörigen im Publikum. Erst als Rijad K. (28) am Montag den Verhandlungssaal betritt, gefriert B. das Gesicht.

Gemeinsam sollen beide Männer im August 2017 einen Geldtransporter in Laim gekapert und insgesamt 1,146 Millionen Euro gestohlen haben. Die Beute ist bis heute verschollen. Doch im Hintergrund des Prozesses tobt ein mörderischer Streit um das Geld. Serbische Medien berichten, dass der Bruder von Bahrudin B. den Onkel von Rijad K. vor zweieinhalb Wochen erschossen haben soll – ein heftiger Clan-Krieg, den Rijad K. nur hinter Gittern verfolgen kann. Der Millionen-Dieb wurde bereits zu fünf Jahren Haft verurteilt – am Montag musste er nun gegen seinen mutmaßlichen Komplizen aussagen.

Geldtransporter-Diebstahl von Laim: Von der Beute fehlt jede Spur

„Ich weiß, dass Bahrudin immer wieder Streit mit anderen Leuten hatte“, sagt Rijad K. „Das Problem war, dass er Schulden hatte.“ Darin sehen Ermittler das mögliche Tatmotiv für den Diebstahl in Laim, für den auch Bahrudin B. womöglich jahrelang ins Gefängnis muss. Er selbst verweigert die Aussage. Doch die Polizei sicherte seine Spuren am Fluchtfahrzeug.

Haupttäter Rijad K. musste am Montag gegen seinen mutmaßlichen Komplizen aussagen – er selbst wurde schon zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Am Montag werden erneut Kurznachrichten verlesen, die sich die beiden Männer am Tattag geschickt haben. Demnach gab es klar nachweisbare Absprachen für die Tat, die die Behörden bisher nicht restlos aufklären konnten. Denn obwohl Rijad K. in seinem eigenen Strafprozess detaillierte Angaben über die Beute gemacht hatte, konnte die Polizei diese im Grenzgebiet von Ungarn zu Serbien nicht finden. Dort hatte Rijad K. das Geld nach eigenen Angaben in einem Waldstück vergraben. Ob das stimmt, ließ sich nicht aufklären. Auch weil seine Angaben nicht zum gewünschten Erfolg geführt hatten, verurteilte ihn das Landgericht zu insgesamt fünf Jahren Haft.

Geldtransporter-Diebstahl von Laim: Täter hüllt sich in Schweigen

Erstmals sehen sich die beiden Männer beim Prozess am Montag wieder. Bahrudin B. wirkt nun doch merklich angespannt. Kein Wunder: Nach Angaben eines Ermittlers soll B. dem Haupttäter Rijad K. im Gefängnis 1,7 Millionen Euro geboten haben, damit dieser die gegenüber der Polizei getroffenen belastenden Aussagen gegen ihn zurückzieht. Und tatsächlich: Zur Tat sagt K. nicht aus. Offizieller Grund: Um sich nicht selbst zu belasten – was erlaubt ist.

Brisant: Am 20. September wird auch dem Vater von Bahrudin B. der Prozess gemacht, verhandelt wird am Amtsgericht. Laut Staatsanwaltschaft soll auch er bei dem Millionen-Diebstahl mitgeholfen haben.

Tödlicher Kampf um Million: Clan-Krieg nach Geldtransporter-Diebstahl von Laim

Erstmeldung vom 4. September: München - Noch immer ist das spektakuläre Verbrechen von Laim nicht komplett aufgeklärt. Haupttäter Rijad K. wurde bereits zu fünf Jahren Haft verurteilt. Nun wird auch seinem mutmaßlichen Komplizen der Prozess gemacht: Bahrudin B. (24) ist wegen Diebstahls in Mittäterschaft in einem besonders schweren Fall angeklagt.

Er soll mitgeholfen haben, am 24. August 2017 insgesamt 1,146 Millionen Euro aus dem gepanzerten Fahrzeug der Sicherheits-Firma Prosegur zu klauen. Dort war Rijad K. als Leiharbeiter angestellt. Auf seiner Tour hatte er zwei Mitarbeiter abgelenkt und hielt laut Anklage Kontakt zu Bahrudin B. – kurz darauf sollen die Männer über die Lindauer Autobahn geflohen sein.

Bis heute fehlt von der Beute aber jede Spur. „Es gibt Erkenntnisse, dass das Geld in Serbien in Immobilien geflossen ist“, sagte ein Ermittler aus. Bitter für die Behörden: Vergangenes Jahr hatte Rijad K. das vermeintliche Versteck in seinem Prozess benannt – der Staatsanwaltschaft gab er sogar genaue Koordinaten. Demnach soll die Millionen-Beute in einem Waldstück an der Grenze zwischen Ungarn und Serbien gelegen haben, vergraben an einem Baum. „Wir haben dort gesucht, aber nichts gefunden“, sagte der Ermittler aus

Geldtransporter-Diebstahl von Laim: Familien-Krieg um die Beute

Der erste Prozesstag fand am Mittwoch im Hochsicherheits-Gerichtssaal der JVA Stadelheim statt. Denn im Hintergrund des Falles spielt sich nach unseren Informationen ein regelrechter Clan-Krieg ab. Serbische Medien berichten darüber, dass die Familien der beiden Diebe verfeindet seien – und es kürzlich sogar zu einem Mord gekommen ist. Konkret schreibt die Zeitung Novosti, dass der Bruder von Baruhdin B. den Onkel von ­Rijad K. Ende August in einem ­Restaurant bei einem Schusswechsel getötet haben soll und anschließend verhaftet wurde. Motiv war angeblich ein Streit um die Beute aus dem Millionen-Diebstahl.

Hier an der Rolf-Pinegger-Straße stellte K. den Geldtransporter ab, wechselte mit Beute und Komplize wohl in ein anderes Auto.

Auch im jüngsten Prozess ging es wieder um das Geld. „Wie viel Beute machen wir da?“, soll Bahrudin B. kurz vor dem Diebstahl in Laim gefragt haben. Die Antwort von Rijad K.: „Nicht unter einer Million.“ So werteten die Ermittler die Chats der beiden Männer aus. Laut dem Ermittler soll der Angeklagte später auch gesagt haben: „Wenn ich hier rauskomme, will ich alles.“ Ein Hinweis darauf, dass er weiß, wo die Beute ist? Zu den Tatvorwürfen machte Bahrudin B. keine Angaben.

Bis Mitte September läuft der Prozess noch an fünf weiteren Verhandlungstagen. Demnächst muss auch der inhaftierte Rijad K. aussagen – und sich zum Clan-Krieg äußern.

Andreas Thieme

Dunkelheit regt die Kreativität an. Zumindest bei einigen Hotelgästen scheint das so zu sein. Ein Rezeptionist aus München schildert seine kuriosesten Erlebnisse.

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