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Rattenplage an Bahnhof: „Sie sind so groß wie Katzen“ – Stadt München bekämpft die Tiere jetzt

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Von: Elena Dangel

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Am Laimer Bahnhof wurden seit Ende des letzten Jahres immer wieder Ratten gesichtet. Jetzt sollen sie durch spezielle Maßnahmen beseitigt werden.

München - Wer nachts durch die Röhre zum Laimer Bahnhof läuft, sieht oft etwas im Augenwinkel durch das Licht huschen. Seit Herbst 2022 leben immer mehr Ratten im Bereich des Bahnhofs, hat Rene Scheler beobachtet. „Die sind so groß wie Katzen“, erklärt der Anwohner, der sich so sehr vor Ratten ekelt, dass er seit Wochen den Weg durch den Tunnel meidet.

Rattenplage am Laimer Bahnhof: Hier finden die Nager offenbar viel Nahrung

Weil die Tiere ein Gesundheitsrisiko darstellen, müssen Ratten-Kolonien gemeldet werden. Ratten können Infektionskrankheiten übertragen, die auch für Menschen gefährlich sind. Vor allem Hausratten und Wanderratten können schnell zu einer Plage werden. Sie leben in Familien von bis zu 100 Tieren und vermehren sich rasch.

Das Gesundheitsreferat erklärt auf Anfrage unserer Zeitung, dass das Problem am Laimer Bahnhof bekannt sei. Es „werden im Auftrag der Landeshauptstadt München und seitens der Deutschen Bahn auf den betroffenen Liegenschaften umfangreiche Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt“, heißt es. Ein großes Problem im Bereich des Bahnhofs und der Baustelle für die zweite S-Bahn-Stammstrecke sei das große Angebot an Nahrung für die Tiere. Durch die hohe Nutzung der Laimer Röhre sammle sich schnell Müll an und „leider werden auch illegale Fütterungen durchgeführt“, heißt es aus dem Referat.

Stadt will Ratten am Laimer Bahnhof bekämpfen - Giftfallen sind aber verboten

In der Röhre am Laimer Bahnhof fühlen sich Ratten besonders wohl.
In der Röhre am Laimer Bahnhof fühlen sich Ratten besonders wohl. © Marcus Schlaf

Weil sich 2018 die Gesetze zur Bekämpfung von Ratten geändert haben, sind Giftfallen inzwischen tabu. Denn: Sie können Inhaltsstoffe ins Grundwasser schwemmen, die auch für Menschen ein Risiko darstellen. Deshalb sind nur noch Rattenfallen mit bestimmten Sicherheitsvorkehrungen erlaubt. „Aufgrund gesetzlicher Beschränkungen verbieten sich alternative Bekämpfungsmethoden“, heißt es dazu aus dem Gesundheitsreferat. Die „derzeitigen Maßnahmen“ in Laim würden „bis auf Weiteres unter fachlicher Begleitung des Gesundheitsreferates bis zur Befallsfreiheit fortgesetzt.“

Auch Rene Scheler hat eine Falle am Laimer Bahnhof gesehen. „Da steht ein Rattenköder“, sagt er, „aber er ist stark eingestaubt“. Wer an öffentlichen Orten in der Stadt Ratten bemerkt, kann die Sichtung per Mail an info@muenchenreinundsauber.de oder telefonisch unter 089/23 39 62 96 melden.

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