Anti-Fanfest-Petition der Anwohner

Hirschgarten: WM-Lärm wird Fall für den Landtag

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Im Hirschgatren soll bei WM-Spielen zu heftig gefeiert werden.

München - Bis zu 10.000 Fußballfans fiebern im Hirschgarten mit bei Deutschland-Spielen mit. Den Anwohnern wird es zu viel. Sie haben sich per Petition an den Landtag gewandt.

Bis zu 10.000 Fußballfans fiebern im Hirschgarten mit, wenn sie beim Public Viewing im größten Biergarten der Welt die deutsche Mannschaft anfeuern. Den Anwohnern wird es zu viel, sie haben sich per Petition an den Landtag gewandt. Dienstagabend begutachteten die Abgeordneten die Situation vor Ort.

Die Landtagsabgeordneten beim Ortstermin im Hirschgarten.

„Früher war es ein friedvolles Nebeneinander, ein leben und leben lassen“, so Anwohner Alfred Hofmann, der seit 30 Jahren neben dem Biergarten wohnt und einer der beiden Verfasser der Petition ist. „Seit aber Public Viewing in Mode gekommen ist, kann ich nicht mehr im Garten sitzen.“ Alle zwei Jahre ist WM oder EM, „oder es werden Champions-League-Spiele übertragen, oder es gibt Blasmusik.“ Heuer seien 80 laute Veranstaltungen genehmigt. „Der Biergarten ist zur Event-Arena geworden.“

Public Viewing in München: Hier sehen Sie die WM live

Messungen des KVR ergeben, dass es während der Fußballfeste viel zu laut ist. Folge: Erst einmal gab’s nur noch die 18-Uhr-Spiele, jetzt allerdings alle Spiele ab dem Viertelfinale. Stadträtin Kristina Frank (CSU) hat 20.000 Unterschriften von Biergartengästen gesammelt, die ungestört Fußball schauen wollen. SPD-Landtagsabgeordneter Florian von Brunn erklärt: „Wir haben uns nun erst mal auf einen runden Tisch geeinigt.“ Und was sagen die Betroffenen? Die tz horchte sich vor Ort um:

Mich stört es nicht

Manuel Ahrens (20), Verkäufer: "Ich fühle mich nicht gestört. Da wir aber in Wohnungen der Deutschen Bahn leben und viele Bewohner zur Nachtschicht müssen, verstehe ich, dass sich manche beklagen."

Ist ja nicht immer

Daniela Santo (43), Unternehmensberaterin: "Wir finden es absolut okay, wenn während der WM mal mehr los ist im Hirschgarten. Ich verstehe den ganzen Aufstand nicht. Außerdem sind das doch auch nur ein paar Wochen im Jahr."

Das wird zu heftig

Johannes Fiala (55), Anwalt: "Heftig, was sich beim Public Viewing im Hirschgarten abspielt. Die Anzahl der Spiele und die Lautstärke haben zugenommen. Man kann sich kaum noch unterhalten. Ich finde es richtig, dass die Anwohner dagegen vorgehen."

Nicht mehr zumutbar

Alfred Hoffmann (69),Rentner: "Unmöglich, welche Ausmaße das Public Viewing angenommen hat. Bis 10 000 Leute laufen inzwischen bei Deutschlandspielen auf. Der Lärm ist nicht mehr zumutbar."

Johannes Welte, Umfrage: C. Risse (Texte), O. Bodmer (Fotos)

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