Das bringt das neue Jahr im Stadtbezirk

Laim 2017: Ein Schandfleck wird angepackt

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Jahrelanger Verfall: Die Bauruine des alten Kaufhaus Beck an der Fürstenrieder Straße.  

München - Alles neu an der Beck-Ruine, Nachverdichtung, Tram-Westtangente und ein Kulturzentrum: Auf Laim warten 2017 große Projekte. Hier unser Überblick.

Es gilt seit Jahren als der wohl größte Schandfleck Laims: das ehemaligen Kaufhaus Beck an der Fürstenrieder Straße. Das völlig marode Gebäude steht seit Jahren leer. Doch nun steht der neue Eigentümer in den Startlöchern. Er will die Immobilie in ein Geschäftshaus verwandeln. „Wir warten nur noch auf die Baugenehmigung“, sagt Anke Witzel, die Sprecherin des Projektentwicklers „ehret+klein“. „Sobald sie vorliegt, beginnen die Arbeiten – 2017 geht es los“, versichert Witzel. 

Die Bauzeit soll gut ein Jahr lang dauern. Das Gesicht des ehemaligen Kaufhauses wird sich völlig verändern. Die Klinkersteine verschwinden, stattdessen entsteht eine helle Fassade mit Glaselementen. Entstehen werden Handelsflächen, Büro- und Gewerberäume. Ein Mietvertrag mit Edeka wurde bereits unterschrieben. Fest steht zudem, dass eine Bäckerei mit Stehcafé einziehen wird. 

Mitten durch Laim: Die Westtangente kommt

Vom Romanplatz bis zur Aidenbachplatz soll die geplante Tram-Westtangente führen. Also mitten durch Laim. Dort sorgt das Vorhaben seit Jahren für Kritik. Viele befürchten, dass die neue Trasse auf der Fürstenrieder Straße für noch mehr Staus und Lärm sorgt. Der Stadtrat hat im Dezember 2016 grünes Licht für die weiteren Planungen gegeben. Voraussichtlich 2018 entscheidet sich, ob der Planfeststellungsbeschluss beantragt wird. Heuer werden die Diskussionen um die Tangente sicher munter weitergehen

800 Wohnungen an der Zschokkestraße

Zügig schreiten die Planungen für das Areal an der Zschokkestraße und der Westendstraße voran. Auf der rund 8,6 Hektar großen Fläche entsteht ein neues Quartier mit mindestens 800 Wohnungen für etwa 2500 Menschen. Vorgesehen sind außerdem ein Hotel, eine Grundschule mit Dreifachturnhalle, Kindertageseinrichtungen, Geschäfte, Gastronomie und Grünflächen. Der städtebauliche Ideenwettbewerb läuft bereits. 

Im Herbst wurde ein Zwischenergebnis vorgelegt. Sechs Entwürfe kamen in die engere Auswahl – sie werden derzeit überarbeitet. „Ende Februar 2017 trifft das Preisgericht die endgültige Entscheidung“, sagt Thorsten Vogel vom Planungsreferat. Trotzdem brauchen die Laimer noch Geduld. Erst 2018 verlässt der Busbetriebshof das Gelände, vor 2019 wird es dort wohl keinen Baubeginn geben. 

Nachverdichtun gin der „Alten Heimat“

Große Veränderungen stehen in der Siedlung „Alte Heimat“ an. Sie stammt aus den 50er-Jahren und soll umgestaltet und nachverdichtet werden. Die Sanierungsarbeiten beginnen in diesem Frühjahr. Die geplanten Neubauten werden ab 2018 hochgezogen. Das Entwicklungskonzept sieht vor, dass zu den vorhandenen 604 Wohnungen rund 220 hinzukommen. 

Nach Jahrzehnten: Endlich ein Kulturzentrum fürs Viertel

Mehr als 40 Jahre schon kämpfen die Laimer um ein Kulturzentrum. Aus dem gewünschten Standort an der Hogenbergstraße wurde nichts. Anwohner kippten das Vorhaben durch eine Klage. Auf einem Grundstück an der Ludwigshafener und der Westendstraße ist nun ein städtisches Verwaltungsgebäude geplant, in dem außerdem ein gemeinsames Kulturzentrum für Laim und Sendling-Westpark geschaffen werden soll. Vorgesehen sind ein rund 230 Quadratmeter großer Veranstaltungssaal sowie Vereins- und Jugendräume. Nach Ansicht vieler Laimer ist das viel zu wenig für ihren Stadtteil. 2017 laufen die Planungen weiter.

Brigitta Wenninger

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