Stadtviertel-Serie

Hier droht 2018 ein großes Baustellen-Chaos

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Langzeitprojekt: Bis 2024 sollen die jetzt beginnenden Arbeiten am Bahnhof Laim dauern.

Im Laim stehen große Bauprojekte an. Am Laimer Bahnhof bleibt kein Stein auf dem anderen. Hier werden sich die zwei Stammstrecken treffen. 

München - Der Bahnhof Laim und der anschließende „Laimer Kreisel“ werden sich heuer zu einer Großbaustelle entwickeln. Der S-Bahnhof wird für die zweite Stammstrecke umgebaut, unter der Landsberger Straße wird ein neuer Abwasserkanal verlegt. Josef Mögele (SPD), Vorsitzender des Bezirksausschuss (BA) Laim, sagt: „2018 wird ein wichtiges Übergangsjahr für unser Stadtviertel. Viele Bauvorhaben stehen an oder sind in der Planung. Es gilt, diese bestmöglich weiterzuentwickeln.“

Kulturzentrum in Laim

Mögele erwartet im kommenden Jahr den Bauplan für das neue Kulturzentrum an der Ecke Ludwigshafener und Westendstraße. „Dieses Jahr haben wir bei diesem Projekt sehr wenig Fortschritt gespürt“, sagt er. „Aber wir brauchen das Kulturzentrum“, fügt er mit Nachdruck hinzu. Schließlich gibt es in Laim in Sachen Kultur ausschließlich das vom Bürgertreffverein betriebene „Interim“. In dem Bauplan wird sich auch zeigen, ob das Kulturreferat die Forderung des BA Laim nach einer großzügigeren Raumplanung umgesetzt hat. Nach jahrzehntelangen Diskussionen zwischen Stadt und Bezirksausschuss hatte das Kulturreferat im Jahr 2016 einen Grundsatzbeschluss und einen vorläufigen Raumplan für das neue Kulturzentrum vorgelegt. Die Laimer Stadtteilpolitiker waren damit alles andere als zufrieden: Das Gebäude ist mit 230 Quadratmetern für 200 Leute deutlich kleiner als gefordert, befindet sich nicht wie gewünscht im Zentrum des Viertels und die Räume müssen sich auch noch mit den Nachbarn von Sendling-Westpark geteilt werden. Dennoch stimmte der BA Laim der städtischen Vorlage zu, forderte aber mehr Platz im Saal.

Bahnhof Laim

Anfang 2018 beginnen am S-Bahnhof Laim die vorbereitenden Arbeiten für den Bau der zweiten Stammstrecke. Für die Laimer bedeutet das: Mindestens sechs Jahre – bis 2024 – wird dort gebaut werden. Denn am S-Bahnhof Laim treffen sich erste und die zweite Stammstrecke, wofür ein neues Gleis im Norden der Station entstehen soll. Außerdem soll eine zweite Unterführung gebaut werden, die Linienbussen, Radfahrern und Fußgängern sowie später auch der Tram vorbehalten bleibt. Doch genau dazu sind noch einige Fragen offen: Was ist mit der Straßenbahn? Wie soll die geplante Tram-Westtangente an den Bahnhof angeschlossen werden? Aus Sicht der BA-Politiker vor Ort können die Bauarbeiten am Bahnhof Laim nicht beginnen, ehe die Pläne der neuen Tramstrecke vorliegen.

Lesen Sie hier: So wird die Laimer Unterführung für die zweite Stammstrecke umgebaut

Die Südseite der Laimer Unterführung: Östlich (rechts) der bestehenden Tunnelröhren entsteht die Umweltverbundröhre, die Fußgängern, Radlern und öffentlichem Verkehr vorbehalten ist. Wenn die Tram-Westtangente kommt, wird auch die Tram durch diese Röhre fahren.

Abwasserkanal Landsberger Straße

Eine weitere Großbaustelle erwartet die Laimer ein paar Meter weiter an der Landsberger Straße. Dort wird auf einer Strecke von 2,2 Kilometern ein neuer Abwasserkanal verlegt. Der neue Kanal wird vom „Laimer Kreisel“ Richtung Pasing bis zum „Knie“ größtenteils unterirdisch gebaut. Für Anwohner soll die Belästigung durch Lärm und Schmutz mittels „bergmännischer Bauweise“ reduziert werden. Autofahrer müssen dagegen mit massiven Einschränkungen rechnen. In beiden Richtungen wird auf der Landsberger Straße eine Spur wegfallen. Für vier Monate steht stadtauswärts auf einer Länge von 100 Metern nur eine Spur zur Verfügung. Mindestens zwei Jahre wird der Bau dauern, 35 Millionen Euro kostet das Großprojekt. „Wir werden die Bauarbeiten eng begleiten und im ständigen Kontakt zu den Verantwortlichen stehen“, kündigt BA-Chef Mögele an. Er hofft, dass sich ein Stau-Chaos auf der Landsberger und den angrenzenden Straßen einigermaßen vermeiden lässt.

Alte Heimat

Sichtlich voran geht die Entwicklung auf dem Gelände der „Alten Heimat“ rund um den Kiem-Pauli-Weg. In der Siedlung entstehen gerade 365 neue Wohneinheiten, ein Quartierstreff und eine Kita. „In Sachen Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen gibt es hier große Defizite“, warnt Mögele und freut sich, dass an der Hogenbergstraße zusätzliche Räumlichkeiten für jeweils drei neue Krippen- und Kindergartengruppen entstehen werden. Bei den Wohnungen der „Alten Heimat“ handelt es sich ausschließlich um bezahlbaren Wohnraum für benachteiligte Bürger. 2023 – und damit zwei Jahre früher als ursprünglich geplant – soll das Bauprojekt nach derzeitigem Stand abgeschlossen sein. 

Johanna Sagmeister

Wie sich München wandelt, welche Traditionen Bestand haben und welche Großprojekte anstehen - das erzählen uns Viertelbewohner in unserer großen Stadtteil-Serie: Lesen Sie hier -so verwandelt sich Laim.

Bau der zweiten Stammstrecke: Hier finden Sie alle Infos auf einen Blick

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Laim – mein Viertel“.

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