Nicht denkmalgeschützt

Laim: Abriss der Glockengießerei sorgt weiter für Unmut

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Nicht schutzwürdig, sagen die Experten: Zum Entsetzen vieler Laimer soll die Villa an der Mitterhoferstraße abgerissen werden. Die Entkernung hat schon begonnen.

Der wahrscheinliche Abriss der ehemaligen Glockengießerei und der dazugehörigen Fabrikantenvilla an der Mitterhoferstraße in Laim hat in der Sitzung des Bezirksausschusses (BA) nochmals Wellen geschlagen. Anwohner beschweren sich über die Nachverdichtung und fürchten Belastungen durch vermehrte Baustellen im Viertel.

München - Die ehemalige Glockengießerei ist ein Teil Münchner Geschichte. Hier wurden die Glocken der Münchner Frauenkirche und des Münchner Glockenspiels gegossen. Aber es ist eine entschiedene Sache: Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) erkennt in den beiden Gebäuden keine Denkmaleigenschaft. Sie dürfen abgerissen werden und so soll zumindest die Villa für einen städtischen Neubau weichen.

Vor einigen Wochen wurde bereits mit der Entkernung des Gebäudes begonnen. Ob nach der Villa auch die Glockengießerei abgerissen wird, steht noch nicht fest. Laut BA-Chef Josef Mögele (SPD) liegen dem Gremium verschiedene Bauanträge vor – in keinem spielt die Gießerei eine Rolle. „Da sie nicht denkmalgeschützt ist, bleibt es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis auch dort ein neues Bauvorhaben geplant wird“, befürchtet Anette Zöllner von der CSU.

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Aber damit nicht genug. An der Schäufeleinstraße, in unmittelbarer Nähe des besagten Eckgrundstücks, wird gerade mit einem weiteren Neubau begonnen. Sieben neue Wohneinheiten sollen in dem stark besiedelten Wohngebiet entstehen. Zwei Anwohner, die genau in der Mitte der beiden Bauvorhaben wohnen, wandten sich deshalb mit einem Schreiben an den BA Laim. Die „Doppelbebauung“ würde eine große Einschränkung der Wohnqualität bedeuten, heißt es darin. Denn sie bedeutet: viel Dreck und Lärm und weniger Parkplätze.

Die Anwohner bitten den BA, sich dafür einzusetzen, dass die Bebauung der Mitterhoferstraße erst dann beginnt, wenn die Wohneinheiten in der Schäufeleinstraße fertiggestellt sind. „Das ist ein berechtigter Einwand“, findet BA-Chef Josef Mögele. „Aber wir können das leider nicht beeinflussen.“ Er wird das Schreiben trotzdem als Info an die Lokalbaukommission weitergeben.

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Johanna Sagmeister

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