Runderneuerung für die 2. Stammstrecke steht an

S-Bahnhof Laim: Diese Detailfragen müssen jetzt noch geklärt werden

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Die Vorarbeiten für den großen Umbau des Laimer Bahnhofes laufen seit Anfang dieses Jahres. Die Baustellenzufahrt ist nördlich des Gleisstranges.

Die Deutsche Bahn hat auf einer Sondersitzung des Bezirksausschusses Laim ihre Bauvorhaben am dortigen Bahnhof vorgestellt. Ziel sind Entlastungen für den ganzen S-Bahnverkehr. Die Laimer fürchten aber zunächst Belastungen.

München - Der Laimer Bahnhof wird sich einer Runderneuerung für die zweite Stammstrecke unterziehen müssen. Nicht nur die Station selber wird neu, auch Gleise und eine zusätzliche Unterführung werden gebaut. Am zukünftig größten Umsteigebahnhof der S-Bahn, so Jörg Mader, Referent für Bürgerkommunikation der Bahn, wird mit täglich 80.000 Personen gerechnet, die den Bahnhof nutzen.

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Für SPD-Fraktionssprecherin Martha Mertens ist darum die Infrastruktur von großer Bedeutung. So müsse es zum Beispiel ausreichend Verkaufsmöglichkeiten, wie Kioske, geben. Außerdem seien ausreichend Toiletten und ein vollständig barrierefreier Zugang elementar wichtig. „Bei täglich 80.000 Menschen muss das gewährleistet sein.“

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Toiletten-Frage nicht ausreichend geklärt

Doch da gehen die Vorstellungen offenbar auseinander. Bisher plant die Bahn mit nur einer einzigen Verkaufsmöglichkeit, erklärte Anke Hering, Projektleiterin der DB, auf der Sondersitzung. Was fraktionsübergreifend auf Kritik stößt. „Das ist sicher zu wenig“, meint Jutta Hofbauer (Grüne). Auch die Toiletten-Frage konnte die DB-Projektleiterin nicht befriedigend beantworten. Fragen zur Anzahl oder Positionierung blieben offen. „Wir werden uns als BA dafür einsetzen, den Bahnhof so bürgerfreundlich wie möglich zu gestalten“, betonte Hofbauer.

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Dazu gehört auch die Abwicklung der Bauarbeiten, die bei den Lokalpolitikern ebenso noch Fragen aufwirft: So soll die Baustelle nach bisherigem Planungsstand fortwährend von Norden angefahren werden, was unter anderem dazu führt, dass die Grundschule an der Margarethe-Danzi-Straße von Zufahrtsstraßen „eingekesselt“ wird - Lärm und Gefahren für die Schüler inklusive. „Wir haben mit der Schule vereinbart, immer erst ab 8.15 Uhr die Baustelle zu befahren,“ so Referent Mader. Ob dies in der Praxis auch immer funktioniert, darüber gibt es starke Zweifel im Viertel. Die ersten vorbereitenden Arbeiten laufen ja bereits seit Januar, Materialanlieferungen und Abtransporte im großen Stil stehen aber noch aus.

Ab kommendem Jahr geht es richtig zur Sache: Dann steht der Neu- beziehungsweise Umbau vom zweiten Tunnel und dem Bahnhof an.

Laimer Bahnhof auch von „Sendlinger Spange“ betroffen

Neben der zweiten Stammstrecke ist der Laimer Bahnhof auch vom Bau der „Sendlinger Spange“ in den kommenden Jahren betroffen. Konkret geht es um den Ausbau des S-Bahnhalts Heimeranplatz mit einem weiteren Gleis. Auch der Neubau einer Weichenverbindung im Rangierbahnhof Laim für Fahrten vom Heimeranplatz auf die Stammstrecke in Richtung Pasing ist geplant. Die Idee ist, bei Störfällen im Bereich der Stammstrecke S-Bahnen aus Pasing über Laim zum Heimeranplatz zu leiten, wo ein Umstieg zur U-Bahn (U4/U5) Richtung Innenstadt möglich ist. Die „Sendlinger Spange“ soll Ende 2024 in Betrieb genommen werden. Das Ziel, so die DB-Referenten, sei es, „nicht mehr Züge fahren zu lassen, sondern mit dem vorhandenen Verkehr besser umzugehen.“

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Der Start der Hauptbaumaßnahmen am Bahnhof Laim soll wie geplant Ende 2019 beginnen. Bis dahin wollen die Laimer aber noch diverse Details geklärt und überarbeitet haben.

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Lucas Sauter Orengo

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