Großer tz-Stadtteil-Check: Note 2,62

Laim: Münchens grüner Garten

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Michael Schmidt vom Internetportal „Laim online“ lobt die Bebauung mit vielen freistehenden Häusern.

Laim - In einer Serie stellt die tz die Ergebnisse des großen Stadtteil-Checks vor. Diesmal sind wir in Laim. Dort gab es von den Bürgern die Gesamtnote 2,62.

Nicht besonders gut, nicht besonders schlecht – das ist das Resultat für Laim im tz-Stadtteilcheck. Bei den meisten Punkten bewegt sich das Viertel im Mittelfeld und hat die Gesamtnote 2,74 erreicht. Gut hat der Stadtteil bei den Mietkosten abgeschnitten – die viertgünstigsten im München-Vergleich. Auch die Verkehrsanbindung ist gut. Anders die Kinderfreundlichkeit: Die Bewertungen für Schulen, Jugend- und Freizeitangebot sowie Haustierfreundlichkeit lagen jeweils im hinteren Drittel, die Kinderbetreuung landete sogar auf dem drittletzten Platz.

Laim gilt als sehr grüner Stadtteil. Dabei hat er laut Statistik den geringsten Grünflächenanteil: Gerade einmal 28,3 Hektar sind es, das macht 5,4 Prozent der Gesamtfläche aus. „Laim wirkt vor allem durch die vielen freistehenden Häuser und die alte Eisenbahnersiedlung mit ihren Gärten so grün und nicht durch die öffentlichen Grünflächen“, glaubt Michael Schmidt von Laim online. Doch die Gartenstadt Laim ist in Gefahr. In letzter Zeit mussten viele alte Häuser und deren Gärten großen Apartmentkomplexen weichen. „Diese Häuser sind keinesfalls sozialer Wohnraum, sondern Luxusobjekte mit Quadratmeterpreisen von bis zu 6000 Euro“, klagt Sabine Kiermaier von der Bürgerinitiative Lebenswertes Laim. Dabei sei Laim gar nicht ausgelegt für solch große Bauten. Die Straßen und das Parkplatzangebot seien viel zu klein. Das findet auch Kiermaiers Mitstreiter Carsten Trinitis. In seinen Augen ist vor allem der mangelnde Bebauungsplan der Stadt schuld an der Entwicklung.

Zahlen und Fakten

Fläche in Hektar: 528,58

Einwohnerzahl: 53 359

Anteil der Kinder (unter 15 Jahre): 5518

Anteil der Senioren: 10 423

Gründungsjahr: 1047

Jahr der Eingemeindung nach München: 1900

Grünfläche in Hektar: 28,33

Anzahl der Krippenplätze: 347

Anzahl der Kindergartenplätze: 1029

Anzahl der Schulen: 10

Termine

14. bis 17.11.2013

Festival Internale

Beginn: 20 Uhr

Wo: Interim Bürgertreff Laim e.V., Laimer Anger 2

Jeden Samstag: Westend-Flohmarkt, 7 bis 16 Uhr, Westendstraße 201

22.11.2013

Kabarett: Satirischer Jahresrückblick mit Gerald Wolf

Wo: Interim Bürgertreff Laim e.V., Laimer Anger 2

29.11.2013

Eine Nacht voller Seligkeit... Ein beschwingter Abend mit bekannten Filmmelodien

Beginn 19.30 Uhr

Wo: Steinway-Haus München, Landsberger Straße 336

Dörfliche Struktur

München- Laim ist bestimmt nicht das schönste Viertel in München, aber es ist ein altes Arbeiterviertel mit sehr viel Charme. Die Laimer sind einerseits engstirnig und kleinkariert, andererseits aber auch sehr herzlich und hilfsbereit. Das liegt wohl an der dörflichen Struktur. Man redet mit- und übereinander.

Stefan Engl (53), Gastwirt

Mein Stadtteil-Tipp:

„Das Laimers in der Agricolastraße als Stadtteilwirtschaft ist der einzige echte Biergarten in Laim.“

Ein reines Wohnviertel

München-Laim ist ein reines Wohnviertel, ein Lebensraum. Es bietet vor allem Familien viel und relativ günstigen Wohnraum. Es gibt hier recht viele kleine Grünflächen, die für Kinder interessant sind. Dennoch fehlt eine große Sport- und Spielfläche für Kinder und Jugendliche.

Benedikt Kämmerling (29), Sozialpädagoge

Mein Stadtteil-Tipp:

„Das generalsanierte Jugendzentrum in der Von-der-Pfordten-Straße ist wirklich toll.“

Es fehlen Bars und Clubs

Laim glänzt durch die Binnenlage: Die Wege zum Hirschgarten, Westpark oder Westbad, zur Theresienwiese und in die Innenstadt sind sehr kurz. Trotzdem ist es überall sehr grün und ruhig. Das Problem hier ist die zunehmende Überalterung der Bevölkerung und das Fehlen von Bars oder Clubs.

Ludwig Prögler (23), Auszubildender

Mein Stadtteil-Tipp:

„Einfach mal das Fahrrad nehmen und raus ins Grüne fahren. Oder am Laimer Anger das schöne Wetter genießen.“

Alles, was man zum Leben braucht

Der Stadtteil ist einfach schön und bietet alles, was man zum Leben braucht. Einkaufsmöglichkeiten, eine ruhige Wohnlage aber gleichzeitig die gute Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel und die Autobahn. Leider lässt mittlerweile die Sauberkeit an öffentlichen Plätzen zu wünschen übrig.

Helgard Bäßler (73), Rentnerin

Mein Stadtteil-Tipp:

„Die Konditorei Detterbeck in der Agnes-Bernauer-Straße mit ihrem tollen Angebot an Kaffee und Kuchen ist immer einen Besuch wert.“

Die bisherigen Teile:

Berg am Laim: Das Schlusslicht

Moosach: Die Idylle in der Großstadt

Au-Haidhausen: Das Dorf im Zentrum

Trudering-Riem: Mix aus Stadt und Land

Schwabing-West: Besser ist's nirgends

Pasing-Obermenzing: Tradition trifft Moderne

Ramersdorf-Perlach: Besser als der Ruf

Neuhausen-Nymphenburg: Paradies für Jung & Alt

Bogenhausen: Sauber, sicher, schick

Sendling: Günstig und gemütlich

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Benedikt Heiß

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