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Nach Flammen-Inferno in Münchner Hochhaus - Bewohner vermutet: „Da ist er wohl ausgetickt“

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Von: Laura Felbinger

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Unfall oder ein Defekt? Nach dem Hochhausbrand im Münchner Stadtteil Laim gibt es einen schweren Verdacht: Brandstiftung. Aber, das ist noch nicht alles.

München - Auf den Parkplätzen stehen völlig ausgebrannte Autowracks, an den Wänden klebt noch der Löschschaum, der beißende Geruch von verbranntem Gummi liegt in der Luft: Der Blick in die Tiefgarage an der Hauzenberger Straße 20 (Laim) – ein Bild der Zerstörung. Ähnlich schlimm sieht es weiter oben aus: Denn auch im neunten Stock des Hochhauses über der Garage hat es in der Nacht auf Donnerstag (28. Oktober) gebrannt. Ein Defekt? Ein Unfall? Eher nicht. Fakt ist: Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung,

Hochhausbrand in Laim: Bewohner äußert schweren Verdacht

Und Bewohner im Haus haben auch eine Vermutung, wer für die Tat in Frage kommt: „Ein rund 70 Jahre alter Mann hat seine Eigentumswohnung und sein Auto in der Garage angezündet“, erzählt ein Bewohner der tz. Der Zündler sei im ganzen Haus schon lange bekannt. „Seit gut sieben Jahren streitet der hier mit jedem.“ Nun hätte die Wohnung des Mannes zwangsversteigert werden sollen, so die Information. „Da ist er wohl ausgetickt“, schlussfolgert der Nachbar. Der Rentner solle psychisch krank sein. Die Hausverwaltung wollte gegen ihn schon mehrmals vorgehen.

Ein Bild der Verwüstung: Nach dem Feuer im Hochhaus stehen Wracks in der Tiefgarage.
Ein Bild der Verwüstung: Nach dem Feuer im Hochhaus stehen Wracks in der Tiefgarage. © Jantz

Inferno bei Hochhausbrand in Laim - Polizei hält sich bedeckt

Die Polizei hält sich mit Infos zurück. „Derzeit können wir nichts bestätigen“, so eine Sprecherin. Vor Ort erfuhr die tz auch, dass eines der Treppenhäuser schwarz und rot beschmiert ist – offenbar Sprühfarbe. Auch dafür soll der 70-Jährige laut der Bewohner verantwortlich sein. Und wo ist er jetzt? Wohl verschwunden. Immerhin wurde bei dem Brand laut Polizei niemand verletzt. Um kurz nach 4 Uhr ging der Notruf ein.

Die Bewohner flüchteten selbstständig aus dem Hochhaus in Laim oder wurden von der Feuerwehr hinausgebracht. In zwei großen Rettungswagen konnten sie sich aufwärmen. Vorsorglich wurden Bewohner vom Rettungsdienst untersucht, während die Feuerwehr mit den Löscharbeiten beschäftigt war. Der neunte und zehnte Stock waren stark verraucht. Um 6.40 Uhr konnten dann alle Bewohner endlich zurück. Rund 100 Feuerwehrler waren bei dem Brand im Einsatz

Feuer in Laim: Polizei ermittelt wegen Brandstiftung.
Feuer in Laim: Polizei ermittelt wegen Brandstiftung. © Feuerwehr München

Der Sachschaden ist übrigens immens: Er beläuft sich nach Angaben der Polizei auf rund eine halbe Million Euro. „Dabei wurde die Tiefgarage erst letztes Jahr für 400.000 Euro saniert“, so eine Bewohnerin.(laf) *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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