Anwohner verunsichert

Irrsinn um Baustelle: Lebensgefahr für Schulkinder? „Wir können es nicht anders regeln“

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Den Schildern in der Laimer Unterführung in München schenken einige Radler keine Beachtung. So wird es gefährlich!

Die Baustelle an der Laimer Unterführung sorgt für Ärger: Rambo-Radler halten sich nicht an die Hinweisschilder und teils brettern sogar Rollerfahrer durch die Unterführung. So gefährlich ist der Verkehr an der Baustelle.

München - Nur zweieinhalb Meter sind die Gänge breit - gefühlt unendlich lang und dunkel: Die Laimer Unterführung gleicht derzeit einer gruseligen Baustelle. Überall wimmelt es von Verbots- und Hinweisschildern - und kaum jemand hält sich dran. „Es ist richtig gefährlich geworden“, beschweren sich viele Anwohner. Das liegt vor allem an den Rambos in der Röhre: Falsch herum fahren sie mit dem Rad durch die engen Gänge - teilweise düsen sogar Motorroller durch. 

Die Auto-Spuren im zweiten Tunnel sind derzeit ja wegen Bauarbeiten gesperrt, unter anderem für die zweite -S-Bahn-Stammstrecke. „Die Situation für Fußgänger und Radfahrer an und in der Laimer Unterführung war bereits vor Beginn der Bauarbeiten beengt. Das ist ja auch einer der Gründe, warum jetzt die Umweltverbundröhre gebaut wird“, sagt Johannes Mayer vom Kreisverwaltungsreferat (KVR). „Eine Verkehrssituation, die im regulären Zustand aufgrund der räumlichen Gegebenheiten als schwierig zu bezeichnen ist, verschlechtert sich bei Baumaßnahmen unweigerlich.“ 

München: Schilder sollen Baustellen-Irrsinn der Laimer Unterführung ein Ende setzen

Immerhin: Das KVR hat die Schilder angebracht, damit man den Tunnel überhaupt nutzen kann. Die Trennung von Radlern und Fußgängern sei vor Ort leider nicht möglich. Kontrollen hätten aber ergeben, dass die Situation zwar unübersichtlich, jedoch „nicht gefährlich“ sei. Sicherheitspersonal ist deshalb nicht vorgesehen. Das fordern aber viele Anwohner, die sich um ihre Kinder sorgen. Ihr Schulweg sei derzeit lebensgefährlich. 

Laimer Unterführung in München: Lebensgefährlicher Schulweg? - „Können es nicht anders regeln“

Ihnen teilt die Behörde schriftlich mit: „Wir können es nicht anders regeln. Es sind schlicht zu viele Fußgänger.“ Brenzlig ist der Bereich rund um die Unterführung auf alle Fälle - was sich auch Mittwochvormittag wieder zeigte. Eine 81-Jährige radelte gegen 11 Uhr durch die Unterführung. Kurz nach der unübersichtlichen Ausfahrt nahm ihr ein 20-jähriger Autofahrer die Vorfahrt. Die beiden kollidierten, die Frau stürzte. Die Radlerin kam ins Krankenhaus. 

Eine Radlerin (81) kollidierte mit einem Auto.

München: Bagger kürzt Tunnel von Laimer Unterführung

Seit Mittwoch werkelt ein Abrissbagger an der Laimer Unterführung - der nächste Bauabschnitt an der Umweltverbundröhre (UVR) hat begonnen. Der Auftrag: Rückbau. Der ehemalige Auto-Tunnel soll nämlich um 30 Meter kürzer werden als bisher. Seit 20. September ist er für den Verkehr gesperrt - mindestens noch bis 14. Dezember. Ein Kraftakt, der in der engen Unterführung Platz schaffen soll: Bald soll es zusätzlich zu den zwei alten Röhren einen dritten Tunnel weiter im Osten geben. Den teilen sich Fußgänger mit Radlern und dem Bus. Der Autoverkehr führt dann durch die alten Röhren. 

Außerdem macht die Bahn das alte Bauwerk fit für die Tram-Westtangente. Die neue Straßenbahn soll ebenfalls durch die UVR fahren und direkt unter dem S-Bahnhof halten. 80.000 Menschen sollen hier dann täglich ein- und aussteigen.

A. Thieme, S. Heidrich

Auch am Hauptbahnhof ist die Verkehrslage oft unübersichtlich. Anfang Oktober ist eine 32-jährige Radlerin dort ums Leben gekommen, weil sie von einem Lkw überrollt wurde.

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