Rijad K. verrät Versteck

Panzerknacker packt vor Gericht aus: Hier liegt die Million!

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Am Computer zeigte K. den Ermittlern, wo die 1,146 Millionen Euro liegen

Am Landgericht legte Rijad K. (27) am Montag ein Geständnis ab – er ist der Dieb, der am 24. August 2017 insgesamt 1,146 Millionen Euro aus einem Geldtransporter in der Blumenau gestohlen hat. Wo die Beute ist, dazu schwieg er – bis jetzt.

München - „Sie sind der einzige Mensch, der weiß, in welchem Waldstück Sie das Geld vergraben haben“, sagte Richterin Judith Engel zum Angeklagten. Ihm bot sie strafmildernde Umstände an, wenn er das Geld-Versteck verrät. Zwei Wochen lang ließ der Dieb das Gericht zappeln, doch am Montag verriet er, wo die Beute liegt: Er habe das Geld an der Grenze von Ungarn zu Serbien vergraben. Wo genau: Das erklärte Rijad K. der Staatsanwaltschaft im stillen Kämmerlein. Dafür wurde der Prozess fast eine Stunde lang unterbrochen. Am Computer zeigte K. den Ermittlern, wo die 1,146 Millionen Euro liegen.

Rijad K. (27) im Gerichtssaal.

Maximal vier Jahre lang muss der Dieb dafür ins Gefängnis, so lautete sein Deal mit dem Gericht. „Die Anklageschrift wird im Großen und Ganzen eingeräumt“, erklärte K.’s Verteidigerin Adrijana Blazevska.

70.000 Euro Spielschulden häuften sich an

Auch zur Tat erklärte Rijad K. gestern weitere Details. 1800 bis 2000 Euro habe er mit dem Job als Geldtransporter-Fahrer verdient. „Aber ich gab immer mehr aus, als ich hatte.“ 70.000 Euro Spielschulden häuften sich an. Die wollte K. mit der gestohlenen Beute begleichen! „Ich erfuhr unsere Route erst morgens und entschied spontan, die Gelegenheit zu nutzen“, sagt er zu dem spektakulären Raubzug.

Mit zwei Kollegen war er frühmorgens im Transporter unterwegs. „Sie gingen einkaufen und vergaßen ihre Chipkarte im Auto. Ich wusste, dass ich den Schließmechanismus damit alleine überwinden kann.“ Und weiter: „Den Tresorraum habe ich mit Hilfe eines Gummis aufgemacht Ich war geschockt, wie einfach es war.“ Doch als er das Geld sah, habe er Panik bekommen: „Ich hatte mit ein paar Tausend Euro gerechnet, aber nicht mit einer Million.“

Mutmaßlich half ihm ein Komplize bei der Flucht, von München aus fuhr Rijad K. dann per Mitfahrgelegenheit alleine weiter nach Ungarn und vergrub das Geld dort im Wald.

Doch Richterin Judith Engel hatte Zweifel, ob das stimmt. „Ihre Aussage wirft viele Fragen auf und enthält Ungereimtheiten“, sagte sie zum Angeklagten. „Den Tresor kann man nicht mit einem Gummiband überwinden. Das bleibt unverständlich.“ Zum Diebstahl wollte Rijad K. keine weiteren Fragen mehr beantworten. Die Staatsanwaltschaft will nun seine Angaben zu vergrabenen Millionen-Beute prüfen.

Lesen Sie auch: Geldtransporter entführt: Rijad K. erbeutete Millionenbetrag

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