Stadtratsbeschluss

Wieder wird nach Antisemit benannte Straße umbenannt

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Wie im Fall der damaligen Meiserstraße soll nun auch die Paul-Lagarde-Straße in Laim umbenannt werden.

München - Knapp 180 Münchner müssen sich künftig an eine neue Anschrift gewöhnen. Die Paul-Lagarde-Straße in Laim, deren Namensvetter der Antisemit Paul de Lagarde (1827-1891) ist, soll umbenannt werden.

Das beschloss ein Ausschuss des Münchner Stadtrats am Donnerstag, wie die SPD-Stadtratsfraktion mitteilte. Lagarde war unter anderem Professor für orientalische Sprachen an der Universität Göttingen und gilt als Wegbereiter des „modernen Antisemitismus“.

„Es ist ärgerlich und blamabel, dass es immer noch Straßen in unserer Stadt gibt, die den Namen von Hetzern und ideologisch völlig irre geleiteten Menschen tragen“, sagte Stadträtin Ulrike Boesser (SPD). Die Umbenennung geht auf einen Hinweis aus der Bevölkerung zurück. Ein neuer Name steht noch nicht fest.

Gleiches geschah in München immer wieder, etwa als vor vier Jahren die Meiserstraße in Katharina-von-Bora-Straße umbenannt wurde. Der frühere Evangelische Landesbischof Hans Meiser (1933 bis 1955) galt ebenfalls als Antisemit.

sr/dpa

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