Drei Monate nach Unfall

Auf dem Pferd lernt Maxi das Lachen wieder

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Links: Maxi schwebte nach dem Unfall zunächst in Lebensgefahr. Rechts: Maxi auf Polizeipferd Emilio mit Reitlehrer Stefan Eder.

München - Maxi hat einen schweren Unfall hinter sich, schwebte sogar in Lebensgefahr. Doch der Achtjährige kämpfte sich tapfer zurück ins Leben. Jetzt durfte er sich mit Hilfe der Polizei einen Traum erfüllen.

Schmerzen, Tränen, Angst und der feste Wille, wieder gesund zur werden – die letzten Monate nach dem schweren Unfall und der feigen Flucht des Fahrers Anfang Dezember auf der Landsberger Straße (siehe unten) waren sehr hart für den kleinen Maxi (8) und seine Mama Liljana P. (38).

Im Nachhinein gesehen hatten beide trotz allem großes Glück. Auch wenn Maxis linkes Bein ihm manchmal noch nicht so ganz gehorcht. Doch die Ärzte haben ihm Hoffnung gemacht, dass sich die gequetschten Nerven wieder erholen werden. Und darum war es nun höchste Zeit, den Buben wieder zum Lachen zu bringen. Am Montag durfte Maxi die Reiterstaffel der Münchner Polizei besuchen. Und dort fand der Bub zwei neue Freunde: Das Polizeipferd Emilio und die Dienstkatze Momo, die sich am Montag von ihrer kuscheligsten Seite zeigte – als ob sie wusste, dass sie einen wichtigen Auftrag hat.

Maxi besuchte die Hufschmiede und durfte auf Emilio, dem Polizeipferd, reiten

Als Maxi noch im Krankenhaus lag, schrieb Polizeipräsident Hubertus Andrä ihm einen Brief und lud ihn ein. Die Wahl fiel auf die Reiterstaffel, wo Polizeihauptkommissar Franz Hess am Montag den kleinen Buben mit Mutter, Vater, großem Bruder und seinem Freund Benedikt willkommen hieß. Erste Station: Die Hufschmiede, wo sich Maxi zwei Hufnägel und ein Hufeisen als Glücksbringer mitnehmen durfte. Der Höhepunkt nahte in Gestalt von Emilio – ein echtes Polizeipferd von überaus freundlichem Charakter. Und schon drehte ein sehr stolzer Maxi geführt von Reitlehrer Stefan Eder seine erste Runde auf einem großen Pferd. Dann besuchte Maxi noch die anderen 32 Polizeipferde im Stall. Katze Momo hätte er beim Abschied gern mitgenommen. Doch die ist nun mal eine Polizeikatze und möchte das auch bleiben.

Am Rande berichtete Vater Hans M., dass sich der Unfallfahrer entschuldigt hat – allerdings nur über seinen Anwalt, leider nicht persönlich. Eine seltsame Inszenierung. Die Familie hat die Entschuldigung dennoch angenommen. Echte Reue jedoch schaut irgendwie anders aus.

Dorita Plange

Der Unfallfahrer steht bald Gericht

Auf der Heimfahrt vom Westbad wollte Liljana P. am Abend des 30. November mit Maxi noch zu McDonald’s fahren. Zum Abbiegen musste sie auf der linken Spur anhalten. Da kam von hinten ein blauer Volvo, rammte den stehenden Golf auf der Landsberger Straße mit voller Wucht und schleuderte ihn in den Gegenverkehr. Mutter Liljana kam mit Rippenbrüchen davon. Doch Maxi schwebte zunächst in Lebensgefahr. Inzwischen hat sich der Bub gut von seinen Kopfverletzungen erholt, hinkt nur noch ein wenig nach den Nervenquetschungen im linken Bein. Der Volvofahrer flüchtete damals. Drei Tage später fand die Polizei den Wagen abgedeckt in einer Garage in Gröbenzell. Der Fahrer (42) hatte sich schon Ersatzteile besorgt, wollte das Auto heimlich reparieren. Nach kurzer Zeit stellte er sich der Polizei. Bald steht er vor Gericht.

dop

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