Umwelthilfe gewinnt Prozess um Diesel-Fahrverbot in Stuttgart

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Nach dem Umbau fehlt der Windschutz

S-Bahnhof Laim: Schöner frieren mit der Bahn

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Gerade jetzt im Winter vermisst Martin Rusam die Windschutz-Wände, die die Bahn im Sommer abmontieren ließ. Dafür sitzt man jetzt auf Designer-Sitzen

München - Martin Rusam (82) versteht die Welt nicht mehr: Seitdem die Bahn im Sommer den S-Bahnhof Laim umgebaut hat, fehlt dort der Windschutz für die Fahrgäste.

Rusam: „Gerade jetzt frieren die Pendler dort wie Schneider.“ Die Bahn sieht aber keinen Grund, daran etwas ändern.

„Ich muss oft in Laim umsteigen und auf den nächsten Zug warten, wie viele andere auch“, erklärt der pensionierte Ingenieur aus der Fasanerie, wieso er sich hier so oft die Finger abfriert. Vor dem Umbau konnte man sich auf Holzbretter setzen und hatte eine Windschutzwand auf drei Seiten um sich, die den eisigen Wind abhielt. „Jetzt stehen dort diese kalten Metall-Gittersitze, es zieht wie Hechtsuppe“, schimpft Rusam, der den Windschutz gerne zurück hätte. „An anderen Bahnhöfen gibt es ihn ja auch.“

Die Bahn hat aber so gar kein Verständnis für diesen Wunsch: „Wir haben für 240 000 Euro das Dach repariert, neue Sitze installiert und die Farbe ausgebessert,“ so ein Bahn-Sprecher. Den Windschutz habe man abgebaut, damit der Bahnsteig übersichtlicher wird. „Die Leute können sich im Zugangsbauwerk unterstellen“, so der Rat der Bahn.

Davon hält Rusam nichts: „Die Leute drängeln sich jetzt bei Kälte im Bahnhof schon ganz dicht, wenn man da schnell durch muss, hat man keine Chance dafür. Und man kann auch Wände aus Glas nehmen, wie am Hirschgarten.“

J. Welte

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