Herrchen vs. Anwohner

Streit um Laimer Wiese: So terrorisiert uns ein Hunde-Hasser

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Oliver Cordier geht mit Hündin Flora regelmäßig auf der Wiese am Burgerplatz spazieren.

Ein Streit zwischen Anwohnern - ganz besonders einem - und Hundebesitzern ist in Laim völlig eskaliert. Rund um eine Wiese ereignen sich unglaubliche Szenen. 

München - Jahrzehntelang waren Hunde auf der Wiese gegenüber des Burgerplatzes (Laim) verboten. Ein entsprechendes Schild wies die Grünfläche als hundefreie Zone aus. Doch im Sommer 2016 stellte sich heraus: Das Baureferat weiß von dem Verbot nichts! 

Das Schild war wohl von einem Anwohner aufgestellt worden – und wurde konsequenterweise entfernt. Seitdem kracht’s zwischen Anwohnern und Hundehaltern... „Drei Leute zerstören hier unsere Idylle“, sagt Oliver Cordier. 

Beschwerden über Lärm und Dreck häufen sich

Der 49-Jährige ist regelmäßig mit Hündin Flora auf der hart umkämpften Wiese am Burgerplatz unterwegs. „Natürlich passiert es, dass hier gelacht und geratscht wird“, sagt Cordier. „Aber das ist doch ganz normal in einer Großstadt.“ Einige Anwohner wollen den neuen Treffpunkt aber nicht akzeptieren.

Beschwerden über Lärm und Dreck häufen sich. Jüngst erhitzte das Thema in der Sitzung des Bezirksausschusses (BA) die Gemüter. Eine Anwohnerin, die im Erdgeschoss eines angrenzenden Hauses lebt, klagte: „Ich habe wirklich nichts gegen Hunde. Aber die Herrchen können mir direkt durch die Hecke in mein Esszimmer schauen. Ich fühle mich beobachtet.“

Der Anwohner wollte die Fläche sogar zum Naturschutzgebiet erklären

Laut Oliver Cordier gibt es einen ganz besonders harten Hundegegner. „Ein Mann terrorisiert uns alle. Er behauptet, es sei seine Wiese. Beleidigungen sind keine Seltenheit. Auch die Polizei hat er schon mehrmals gerufen.“ Angeblich hat der Rentner sogar Cordiers Frau bedroht, als diese mit ihrem ein Jahr alten Töchterchen auf dem Spielplatz am Burgerplatz stand und ihr Hund auf der Wiese herumlief. 

Sogar zum Naturschutzgebiet wollte der Anwohner die kleine Grünfläche deklarieren lassen. Angeblich würden hier seltene Vögel und Frösche leben. „Alles Quatsch“, meint Cordier. „Der Mann will wahrscheinlich nur seine Ruhe haben. Aber diese Wiese ist ein öffentlicher Grund.“ 

Die Fronten zwischen Anwohnern und Gassigehern haben sich verhärtet. Deshalb hat der BA in Laim jetzt das Allparteiliche Konfliktmanagement in München (AKIM) eingeschaltet.

Der BA will in einer der nächsten Sitzungen über ein mögliches neues Hundeverbot entscheiden. Zwar habe es noch keine Giftköderattacken oder Ähnliches gegeben – die Hundebesitzer befürchten aber, dass die Aggressionen der Nachbarn zunehmen. Cordier: „Eine Frau sucht bereits nach einer anderen Wohnung. Sie hat Angst um ihren Hund.“ 

J. Heininger, J. Sagmeister

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