Fertigstellung allerdings erst für 2027 erwartet

Tram-Westtangente: Gibt der Stadtrat am Mittwoch grünes Licht?

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In einigen Jahren soll die Tram vom Romanplatz über Laim, Holzapfelkreuth und Waldfriedhof bis zur Aidenbachstraße fahren (zum Vergrößern rechts oben klicken).

Die Tram-Westtangente ist eines der zentralen Verkehrsprojekte Münchens. Es gab viel Streit und Kritik. Am Mittwoch soll der Stadtrat grünes Licht für die neun Kilometer lange Trasse geben. 

München - Es ist kein Lieblingsprojekt der CSU, die mit dem Bau der Westtangente bis heute Nachteile für den Autoverkehr befürchtet. Doch im Sinne des Koalitionsfriedens mit der SPD – sie will die Westtangente unbedingt – hatte die Stadtratsfraktion bereits 2016 der Trasse zugestimmt. Im Kooperationsvertrag von 2014 war das auch so verankert worden. Mit dem nicht zu unterschätzenden Zusatz, dass die „Leistungsfähigkeit für den Autoverkehr möglichst unangetastet“ bleiben solle. An diesem Auftrag hat die Stadt nun gearbeitet – und für den kommenden Mittwoch eine Lösung präsentiert. Mit dem Trassierungsbeschluss sollen zugleich die Stadtwerke München beauftragt werden, den Antrag auf Planfeststellung für das Projekt einzureichen.

17 Haltestellen auf neun Kilometern Strecke durch fünf Stadtbezirke geplant

Die Linienführung bietet neue tangentiale Verbindungen aus Schwabing und Neuhausen in Richtung Laim, Hadern, Sendling-Westpark und Obersendling. Insgesamt sind 17 Haltestellen auf neun Kilometern Strecke durch fünf Stadtbezirke geplant – von der U-Bahnhaltestelle Aidenbachstraße aus über den Ratzingerplatz und die Boschetsrieder Straße durch die komplette Fürstenrieder Straße, von dort durch die Laimer Unterführung und die Wotanstraße bis zum Romanplatz.

Lesen Sie auch: Bürger in Sendling-Westpark reagieren gespalten auf die Tram-Westtangente

Die gesamte Neubaustrecke wird getrennt vom Autoverkehr auf einem Rasengleis in der Straßenmitte geführt, um höhere Pünktlichkeit zu gewährleisten und den Verkehrsfluss besser zu steuern. In der Boschetsrieder und der Fürstenrieder Straße gibt es vier Fahrspuren für den Kfz-Verkehr. In der Wotanstraße sind laut MVG zwei Fahrspuren ausreichend, um die Leistungsfähigkeit des Kfz-Verkehrs nicht zu beeinträchtigen.

26.000 Fahrgäste pro Tag

Die Westtangente ermöglicht den Umstieg zu drei U-Bahn-Linien, vier Tramlinien sowie zu sechs S-Bahn-Linien am Haltepunkt Laim. Dem gravierenden Mangel des Münchner Schienennetzes mit fehlenden, leistungsfähigen Tangential- und Nord-Süd-Achsen werde dadurch für diesen Bereich des Stadtgebiets Abhilfe geschaffen, heißt es von der Verwaltung. Für die Tram-Westtangente werden rund 26.000 Fahrgäste pro Tag auf dem am stärksten genutzten Abschnitt erwartet. Die MVG geht davon aus, dass die U-Bahnhöfe im Zentrum durch die neue Tram entlastet werden. Das ÖPNV-Netz werde leistungsfähiger, stabiler und attraktiver. In Zeiten des ständigen S-Bahn-Chaos kann man sich das nur wünschen.

Planung dauert noch bis 2024

Doch das Planungsprocedere ist langwierig und dauert bis 2024, wie aus der Beschlussvorlage für den Stadtrat hervorgeht. Drei Jahre Bauzeit sind veranschlagt, weshalb die Westtangente voraussichtlich erst Mitte 2027 in Betrieb genommen wird, so die Prognose der Verwaltung.

So soll die Trasse an der Fürstenrieder Straße aussehen.

Hauptproblem sind die Abhängigkeiten von anderen Baumaßnahmen, insbesondere der Bau der Umweltverbundröhre Laim an der Wotanstraße in Zusammenhang mit der zweiten S-Bahn-Stammstrecke (2019 bis 2025). Die geplante Röhre an der bestehenden Laimer Unterführung soll Fußgängern, Radfahrern, Bussen und der künftigen Tram vorbehalten bleiben. Vorab muss auch die Endhaltestelle mit Tramwendeschleife und Busbahnhof an der Aidenbachstraße fertiggestellt werden. Hier ist zudem ein neues zweigeschossiges Parkhochdeck mit 400 Stellplätzen vorgesehen, plus Kunstrasenspielfeld auf dem Dach der Anlage. Planung und Bau all der Maßnahmen dauern von 2018 bis 2022.

Auf Fürstenrieder- und Boschetsrieder Straße werden die Fahrstreifen variieren

Der Detailplan für den Trassenverlauf der Westtangente sieht zum Beispiel vor, dass an der Fürstenrieder-/Boschetsrieder Straße im Bereich der Anschlussstelle A95 Kreuzhof zwei Fahrstreifen in Richtung Süden, aber nur eine Fahrspur in Richtung Norden auf einer Länge von 160 Metern verbleibt. An der Autobahnunterführung Fürstenrieder Straße/Boschetsrieder Straße sind ebenfalls jeweils zwei Fahrspuren geplant. An der Haltestelle Andreas-Vöst-Straße ist das Linksabbiegen für Autos von der Fürstenrieder Straße in die Andreas-Vöst-Straße aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht mehr möglich.

Am Haupteingang Waldfriedhof sollen die Fuß- und Radwegunterführung bleiben, jedoch etwa 80 Stellplätze entfallen. An der Kreuzung Fürstenrieder/Agnes-Bernauer-Straße wird eine Linksabbiegespur von Süd nach West berücksichtigt. Schließlich soll am Laimer Kreisel eine baulich abgesetzte „freilaufende“ Rechtsabbiegespur von Süd nach Ost östlich der Trambahngleise eingerichtet werden.

Neue Westtangente in München: Wir zeigen die neue Tram-Strecke im Video


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Klaus Vick

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