Schwerverletzter Sozius

Motorradunfall auf der Landsberger: Freunde bangen auf Facebook 

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Emrah S. (28) aus Pasing starb, weil ein Jeep-Fahrer ihm die Vorfahrt genommen hatte.

München - Weil ein Autofahrer gleich zwei Fehler beging, kam am Montagabend bei einem Unfall auf der Landsberger Straße der 28 Jahre alte Emrah S. ums Leben. Seine Freunde hatten ihn mehrfach gebeten, auf sein Motorrad zu verzichten.

+++ Update +++ 

Freunde des 24-jährigen schwerverletzten Sozius tauschen sich via Facebook über den Zustand ihres Freundes aus und posten viele liebe Genesungswünsche auf seiner Facebookseite: "Bleib stark, Du bist ein Kämpfer", oder "Wir beten für Dich". Mehr Informationen hierzu gibt es am späten Nachmittag auf unserem Portal.

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Er war voller Pläne, wollte mit einem Spezl ein Restaurant eröffnen. Doch ein Autofahrer (41) zerstörte am Montagabend diesen Traum. Von einer Sekunde auf die andere. Auf der Landsberger Straße nahm der Fahrer eines Jeeps Emrah S. die Vorfahrt. Der 28-Jährige, der mit seinem Motorrad unterwegs war, hatte nicht den Hauch einer Chance. Sein Sozius (24) überlebte den Horror-Unfall schwerst verletzt. Er schwebt in Lebensgefahr.

Autofahrer begeht Doppelfehler, der ein fatales Ende nimmt

Das Unglück geschah gegen 20.40 Uhr: Zu dieser Zeit fuhr der 41-jährige Münchner mit seinem schwarzen Grand Cherokee auf der Nebenfahrbahn der Landsberger Straße stadtauswärts. Auf Höhe der Hausnummer 240 kam er an die dortigen Einfahrt auf die vierspurige Landsberger Straße – und bog nach links Richtung Innenstadt ab. Dabei ignorierte der 41-Jährige laut Polizei sowohl das Stopp-Zeichen sowie das Zeichen „Vorgeschriebene Fahrtrichtung rechts“ . Ein Doppelfehler, der ein fatales Ende nahm.

Emrah S. auf seiner 200-PS-starken BMW S 1000 RR hatte keine Chance. Er krachte mit überhöhtem Tempo ungebremst und frontal gegen die Fahrerseite des schweren Jeeps. Durch die Wucht des Aufpralls schleuderte Emrah gegen die A-Säule des Wagens, dann gegen die Windschutzscheibe und kam hinter dem Jeep auf der Fahrbahn zu liegen. Sein Spezl flog ebenfalls über den Cherokee und schlug 20 Meter weiter auf der linken Fahrspur auf.

Freunde: "Wir haben ihn immer gebeten, die Maschine nicht mehr zu fahren"

Emrah wurde unter laufender Reanimation in ein Krankenhaus gebracht. Doch seine Verletzungen waren zu schwer. Sein Freund musste notoperiert werden, er ist noch nicht außer Lebensgefahr.

Am Tag danach erinnern Rosen und Kreidestriche auf der Fahrbahn an jene Minute, in der eine Familie in Pasing ihren geliebten Sohn verloren hat. „Wir haben ihn immer gebeten, die Maschine nicht mehr zu fahren“, sagt einer seiner besten Freunde. „Doch er konnte sich einfach nicht trennen...“

Die Polizei sucht dringend Zeugen unter Telefon 089/ 29100.

JAM

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