Stadtteil-Serie

Viertelbewohner erzählen: So verwandelt sich Laim

Die Laimer CSU-Stadträtin Alexandra Gaßmann.

Wie sich München wandelt, welche Traditionen Bestand haben und welche Großprojekte anstehen - das erzählen uns Viertelbewohner in unserer großen Stadtteil-Serie.

München - München ist ein großes Dorf. Wirklich, stimmt das noch? Wo’s in der Millionenstadt familiär und beschaulich zugeht und wo Althergebrachtes schon verloren gegangen ist, wissen die Menschen in den Vierteln am besten. Oft sind es die kleinen lokalen Initiativen, die darum kämpfen, dass München lebens- und liebenswert bleibt. Hier wird eine Grünfläche gerettet, dort ein Kulturprojekt realisiert – auch wenn die Stadtteilbewohner manchmal machtlos sind: Mammut-Projekte wie der Bau ganzer Quartiere verändern das Zusammenleben in der Stadt – zunehmende Verkehrsbelastung und steigende Mieten sind die Schattenseiten des München-Booms. Wie sich unsere Heimatstadt wandelt, wohin die Reise in den einzelnen Vierteln geht, wo Altes noch Wert und Bestand hat und wo Neues entsteht, das lesen Sie in dieser Woche in unserem großen Stadtteilcheck.

Laim: 5,29 km², circa 56 300 Einwohner

Mehr Selbstbewusstsein

In der Alten Heimat rund um den Kiem-Pauli-Weg wohnen circa 1000 Menschen, die es auf dem freien Wohnungsmarkt schwer hätten. Im tz-Interview spricht die Laimer CSU-Stadträtin Alexandra Gaßmann über ein neues Selbstbewusstsein in der Alten Heimat.

Frau Gaßmann, was wissen Sie über die Entstehung der Alten Heimat?

A. Gaßmann: „Die Wohnsiedlung wurde 1958 von den Münchner Stadtvätern gegründet, um Münchnern, die nach dem Krieg als Ausgebombte auf dem Land lebten, in der Neubausiedlung eine neue Heimat zu geben.“

Wer wohnt heute dort?

A. Gaßmann: „Der Stiftungszweck ist bis heute erhalten: Die Siedlung soll betagten, bedürftigen sowie psychisch oder physisch kranken Münchnern mit geringem Einkommen ein Zuhause zu bieten.“

Die Alte Heimat wird momentan saniert. Wie gehen die Leute mit dieser Veränderung um?

A. Gaßmann: „Anfangs waren die Sorgen groß. Die Leute hatten Angst vor dem, was da kommt. Aber diese Stimmung hat sich im Laufe der Zeit gewandelt.“

Inwiefern?

A. Gaßmann: „Die Menschen sind durch die Umbaumaßnahmen enger zusammengewachsen. Sie haben einen Arbeitskreis gebildet und trauen sich jetzt, ihre Sorgen zu äußern und mit den GWG-Vertretern auf Augenhöhe zu sprechen. Es ist ein neues Selbstbewusstsein entstanden, was mich sehr freut, weil die Siedlung lange Zeit im Abseits stand. Das wurden den Bewohnern nicht gerecht.“

ASZ für Laims Mitte!

„Ich lebe seit über 30 Jahren in Laim. Wir wohnen im ehemaligen Eisenbahnerviertel am Laimer Platz. Früher haben hier viele Eisenbahner gewohnt. Man lebt gut in Laim: Einkaufsmöglichkeiten sind vorhanden und die U-Bahn-Anbindung ist gut. Ich freue mich, wenn irgendwann noch die Straßenbahn kommt. Es gibt aber auch Dinge, die zu Gunsten der älteren Menschen verbessert werden müssen: Zum Beispiel brauchen wir dringend einen zusätzlichen Aufzug am Laimer Platz.

Laimer Seniorenbeirätin Gustel Braun.

Ein großes Thema unter den Laimer Senioren ist die geplante Verlegung unseres Alten- und Service-Zentrums. Wegen der Umstrukturierung der Alten Heimat wird das ASZ abgerissen. Die Stadt will ein neues an der Zschokkestraße bauen. Das ist für uns Senioren untragbar! Wir suchen händeringend nach einem Standort mitten in Laim.“

Alte Heimat wird saniert

Die Siedlung wird bis 2023 saniert.

Am Kiem-Pauli-Weg wurde im Frühjahr mit den Sanierungsarbeiten an 363 Wohnungen begonnen. Die Stadt will die Wohnungen besser dämmen, farblich neu gestalten, Treppenhäuser und Eingangsbereiche sanieren und Balkone instand setzen. Außerdem werden die Grünflächen aufgehübscht. In einem zweiten Bauabschnitt sind ab 2018 Abrisse und Neubauten geplant. Ab 2023 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Statt der bisherigen 604 Wohnungen gibt es in Zukunft 826 Einheiten. Die neu entstandenen Wohnungen sind barrierefrei, größer und 120 davon familiengerecht. Zusätzlich zu den Wohneinheiten entstehen in der Alten Heimat eine Kita sowie ein Quartierstreff und drei Tiefgaragen. Für den ersten Instandsetzungsabschnitt am Kiem-Pauli-Weg belaufen sich die Kosten auf zirka 11,6 Millionen Euro.

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Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Laim – mein Viertel“.

Daniela Schmitt

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