Der Ärger um die geplante Tram geht weiter

Westtangente: Es gibt noch acht Streitpunkte

München - Der Ärger in der Rathaus-Kooperation aus SPD und CSU um die geplante Tram-Westtangente geht weiter. Nur zwei von zehn Streitpunkten sind ausgeräumt.

Kommt sie oder kommt sie nicht? Die Tram-Westtangente ist das große Reizthema der Rathaus-Kooperation aus SPD und CSU. In ihrer Kooperationsvereinbarung von 2014 wurde vertraglich festgeschrieben, dass die neuen Tramgleise vom Romanplatz bis zur Aidenbachstraße führen sollen.

Doch seitdem gibt es Gezerre zwischen SPD und CSU. Die SPD will das Projekt auf jeden Fall, die CSU sah die neuen Gleise bisher vor allem als Behinderung für den Autoverkehr, der hier und da auf Spuren verzichten müsste. Zuletzt gab es eine Liste von zehn Punkten, die die CSU auf ihrer Liste hatte: Abbiegespuren für Autos, Zugangsbauwerke zu U-Bahnstationen, eine Unterführung am Waldfriedhof, Ersatzparkplätze und Weiteres.

Am Freitag trafen sich die Kontrahenten der Fraktionen nun mit Vertretern der Bezirksausschüsse und den Planern der MVG, um die Punkte zu besprechen. Laut CSU-Stadtrat Michael Kuffer wurden nur zwei Punkte aus dem Weg geräumt.

So soll die Fürstenrieder Straße aussehen, wenn die Tram-Westtangente fertig ist. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

OB Dieter Reiter (58, SPD) wollte das Thema eigentlich spätestens in diesem Herbst abhaken. Die SPD will im Dezember einen Grundsatzbeschluss zu der Tram fassen. Bis dahin sollen die einzelnen Problempunkte von der MVG als „Prüfaufträge“ berücksichtigt werden. Ob es für dann eine Zustimmung der CSU geben wird, ist unklar. Bei der MVG heißt es, man habe für alle Probleme Lösungsvorschläge erarbeitet. Ob die CSU im Dezember den Grundsatzbeschluss mittragen wird, ist offen. „Das ist Verhandlungssache“, heißt es dort. Möglich, dass man die Abstimmung freigibt, sodass die CSU-Stadträte, die sich aus dem Fenster gelehnet haben, dagegen stimmen könnten. Die SPD könnte ohnehin auch ohne CSU eine Mehrheit für das Projekt finden.

Johannes Welte

Rubriklistenbild: © MVG

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Kommentare

rudolfAntwort
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Oh mein Gott, was denken Sie denn ? Ich sage es den anderen auch immer wieder gern, Sie glauben doch nicht ernsthaft das irgendeiner der vom Speckgürtel München also Umland jetzt mit den Öffentlichen in die Stadt fährt, zu seiner Arbeit, weil es ein Paar mehr sinnlose Bimmelbahnen auf der Strasse gibt ? Das ist das einzige Argument das ich immer Höre, stellen sie sich 150 Autofahrer in einer Tram Bahn vor.. MÖÖÖÖÖP Nozomi07 Sie sind raus, es wäre schön wenn es so wäre, geben ich ihnen voll und ganz recht, aber der Mensch ist von Natur aus faul leider. Ich würde auch nicht mit dem MVV fahren wenn ich nicht so eine gute Anbindung hätte. Bei mir in der Arbeit fahren von den in München direkt lebenenden, so gut wie keiner mit dem Auto sondern mit dem Fahrrad oder MVV. Wenn dann geht es um die Pendler von ausserhalb, und für die Braucht man ein besseres S-Bahn und U-Bahn Netz aber keine Bimmel Bahn ....

Nozomi07Antwort
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Ein Papierflieger ist auch viel billiger eine Boeing. Was sagt uns das? Dass Verkehrsflugzeuge überflüssige Geldverschwendung sind?

Klar ist ein Trolleybus billiger. Aber es ist eben nur ein Bus. Keine Schnellbahn. Schön für die Feinerschließung. Nichts für leistungsstarke Querverbindungen. Alles hat seine Aufgabe.

Nozomi07Antwort
(0)(0)

Es sind die Autos, die den Platz rauben.

Schauen Sie mal im Berufsverkehrs in die Autos: In fast jedem sitzt nur einer! Und jetzt denken Sie sich die Autos weg, stellen Sie sich nur die Fahrer auf der Straße sitzend vor: Da ist ja alles ganz leer, praktisch nichts los!

Das Auto ist einfach ein furchtbar ineffizentes Verkehrsmittel. Es äst mit dem Platz. Deshalb kollabieren die Blechlawinen so oft.

Wir brauchen nicht noch mehr sündteure U-Bahn-Tunnel. Wir müssen einfach nur den Platz effizent nutzen: Mit stadtverträglichen Verkehrsmitteln.

Und ob die tausend eitlen Blechkisten schöner sind als ein paar Oberleitungsmaste - ui, gewagte These.