Dortmund besiegt "Fluch von Berlin" - Triumph für Tuchel

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Mit Merkel, Gauck und Lammert

So feiert München den Tag der deutschen Einheit

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Vor der Kulisse bayerischer Trachtler stehen Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), Bundespräsident Joachim Gauck, Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und Andreas Voßkuhle, Präsident des Bundesverfassungsgerichts vor dem Nationaltheater in München beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit

München - Merkel, Gauck, Seehofer, Lammert: Die politische Prominenz weilt zum Festakt zum Tag der Einheit in München. Auf der Ludwigstraße feiern Hunderttausende ein buntes Straßenfest.

Die Krise in Europa und die Furcht vor einem Auseinanderdriften des Kontinents haben auch den Tag der Deutschen Einheit bestimmt. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) rief beim zentralen Festakt in München zu einem noch engeren Zusammenwachsen auf. Auch andere Politiker und Kirchenvertreter warnten vor einem Verlust gemeinsamer europäischer Identität im Zuge der Schuldenkrise. Hunderttausende Menschen ließen sich nicht die Stimmung verderben: Bei strahlendem Sonnenschein feierten sie auf einer Ländermeile in München ein buntes Fest.

An der Einheitsfeier in der Staatsoper nahm die gesamte politische Spitze Deutschlands teil, allen voran Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Es gebe keine vernünftige Alternative zu Europa, und die Weiterentwicklung Europas liege im deutschen Interesse, mahnte Lammert. Er warnte insbesondere davor, in eine „Rivalität von Nationalstaaten“ zurückzufallen.

Mit Blick auf die Schuldenkrise räumte Lammert vor mehr als 1500 geladenen Gästen ein: „Wer heute Meldungen über Europa verfolgt, muss den Eindruck gewinnen: Es geht meist um Geld, scheinbar nur um Geld, jedenfalls immer wieder um immer mehr Geld, um Schulden und ihre Tilgung, um Schuldenschnitte und ihren Umfang“. Europa sei allerdings „mehr als der Euro“.

Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit

Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit

Wenn der europäische Integrationsprozess nicht weiter vorankomme, „dann hat Europa seine Zukunft hinter sich. Und jeder einzelne Staat ganz gewiss“, mahnte der Bundestagspräsident. „Nur in Europa, zusammen mit unseren Nachbarn und Partnern in der europäischen Gemeinschaft, können und wollen wir sichern, was wir im Lied der Deutschen als unsere gemeinsamen Ziele proklamieren: Einigkeit und Recht und Freiheit.“

Lammert erinnerte an die „europäische Dimension“ der deutschen Wiedervereinigung und sagte: „Ohne die Überwindung der Spaltung Europas wäre die deutsche Einheit nicht möglich gewesen. Die Wiederherstellung der staatlichen Einheit unseres Landes war umgekehrt Voraussetzung für das Zusammenwachsen Europas.“

Zuvor hatten bei einem ökumenischen Fest-Gottesdienst auch Kardinal Reinhard Marx und der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm die besondere Verpflichtung Deutschlands für die Zukunft Europas hervorgehoben. Beide warnten in der Kirche St. Michael vor deutschen Alleingängen oder deutscher Überheblichkeit.

Impressionen von der Münchner "Ländermeile"

Impressionen von der Münchner "Ländermeile"

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) würdigte zu Beginn des Festakts die Reformleistung der Ostdeutschen nach der Wende. „Viele Menschen haben nach dem Fall der Mauer die Chance ergriffen und dabei große Brüche erleben müssen. Für diese Anpassungsprozesse sollten wir den Menschen in Ostdeutschland großen Respekt zollen“, sagte der Bundesratspräsident. München war in diesem Jahr Gastgeber des Festakts, weil Bayern derzeit den Bundesrats-Vorsitz innehat.

Nach Angaben der Staatskanzlei kamen rund 400 000 Besucher zum Bürgerfest. Auf der Ludwigstraße, der breitesten Prachtstraße der Landeshauptstadt, konnten sie sich in Zelten über die deutschen Bundesländer informieren. Zur Sicherung der Einheitsfeier setzte die Polizei 2500 Kräfte ein. Besondere Vorkommnisse gab es bis zum Mittwochnachmittag nicht.

Zugleich lockte auch das Oktoberfest auf der Theresienwiese bei Temperaturen bis zu 20 Grad Zehntausende Besucher an. Die Deutsche Bahn setzte zusätzliche S-Bahnen und Sonderzüge ein, um den Andrang zu bewältigen. Bei den U-Bahnen gab es bis zum Nachmittag keine Überlastungen, wie ein Sprecher der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) mitteilte. Die MVG war mit 150 zusätzlichen Mitarbeitern im Einsatz.

dpa

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