Lichterlust & Lichterfrust

Lampendeko: So schön kann sie sein - und so viel Ärger machen

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Das Weihnachtshaus in Deining (Gemeinde Egling) verzückt Passanten und Nachbarn.

München - Glitzernde Weihnachtsdeko zuhause, oder besser gesagt: an der Hausfassade, kann zwar viel Freude machen, aber auch einigen Ärger bringen - wie unsere beiden Beispiele zeigen.

Weihnachtshaus mit Musik

Die Schöpfer: Angelika Kassner (64) und Sohn Andreas (27).

Dieses leuchtende Haus (siehe oben) ist über die Grenzen des Ortes Deining (Gemeinde Egling) bekannt: Täglich pilgern Besucher aus umliegenden Orten, sogar aus München, hierher, um sich vom Glanz bezaubern zu lassen. In der Vox-Sendung Das perfekte Weihnachtshaus hat das Spektakel mit 50 Figuren und insgesamt 60.000 Leuchtpunkten den dritten Platz belegt.
„Man mag das als bekloppte Beschäftigung ansehen, aber es ist mein Hobby“, sagt Andreas Kassner (27), der Anfang Oktober mit den Vorbereitungen anfängt. Seine Mutter Angelika (63) hat in seiner Kindheit mit der Beleuchtung begonnen, jedes Jahr kam etwas Neues dazu. Vor fünf Jahren hat der Sohn – passenderweise Veranstaltungstechniker – übernommen und das Spektakel perfektioniert: „Jetzt funktioniert alles computergesteuert. Um den Baum mit 2.000 Lichtern zu schmücken, miete ich eine 16 Meter-Hebebühne. Zum Einschaltabend ertönt Musik, und es gibt Glühwein für die Zuschauer.“ Etwa 1.000 Euro investiert die Familie jedes Jahr, um das Kunstwerk zu erweitern. Der Strom ist nicht teuer: Vor vier Jahren kostete das Licht, das bis in den Februar hinein blinkt, etwa 200 Euro. Kassner: „Heute durch LED ist das noch deutlich billiger.“

„Blinken weckt mich auf“

Martin Hengstmann (46) stört die Beleuchtung gegenüber.

Wenn IT-Kaufmann Martin Hengstmann (46) in seiner Wohnung in der Ismaninger Straße (Bogenhausen) am Rechner arbeitet, dann blinken auf dem Bildschirm bunte Lichter. Die ganze Wohnung ist hell erleuchtet, auch in der Nacht. Schuld ist das Haus gegenüber, das aufwändig weihnachtlich geschmückt ist. Und das stinkt ihm: „Ich habe nichts gegen eine dezente Beleuchtung. Aber das ständige An und Aus der Lichter nur 20 Meter entfernt weckt mich mitten in der Nacht. Irgendwann ist es genug.“

Hengstmann hat es bereits mit einem Aushang im gegenüberliegenden Haus versucht: „Ihre überdimensionierte Dauerbeleuchtung ist für uns Nachbarn eine Lichtverschmutzung. Art und Dauer durch die ganze Nacht halten wir für unzumutbar und bitten sie daher hiermit höflich, wenigstens die Nachtruhe zu respektieren.“ Reagiert habe erst mal keiner, erzählt Hengstmann. Der Bogenhausener lässt sich beraten, erfährt, dass er zum Anwalt gehen soll. „Aber ich will ja keinen Nachbarschaftsstreit. Ich will nicht, dass das eskaliert. Die Freiheit des einen hört da auf, wo ein anderer belästigt wird.“

Immerhin: Als sich Hengstmann an die Zeitungen wendet, lenkt der Nachbar ein. Mittlerweile bremst eine Zeitschaltuhr das Lichterspektakel, in der Nacht bleibt das Haus jetzt dunkel. Auf ein friedliches Weihnachtsfest!

Nina Bautz

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