Ude als Landesvater? Hier spricht seine Frau

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Wird an diesem Tisch künftig bayerische Politik gemacht? Edith von Welser-Ude und Ehemann Christian in ihrer Wohnung.

München - Will er oder will er nicht? OB Christian Ude (63) sieht sich überraschend inmitten einer Diskussion um die Spitzenkandidatur der bayerischen SPD im Landtagswahlkampf 2013.

Zuletzt hatte sich Ude noch zurückhaltend gegeben, als man ihn auf seine Ambitionen ansprach, als Ministerpräsident Horst Seehofer beerben zu wollen (er wäre nach Wilhelm Hoegner der zweite bayerische SPD-Ministerpräsident der Nachkriegszeit). Das sei bislang nicht Teil seiner Lebensplanung gewesen, hatte Ude wissen lassen. Und: „Meine Frau verlässt sich darauf“. Doch das hatte sich auf die Amtszeit als Oberbürgermeister bezogen, die am 30. April 2014 endet. Ude darf aus Altersgründen nicht mehr als OB antreten, eine Landtagsinitiative von Münchens SPD-Chef Hans-Ulrich Pfaffmann, die Altersgrenze für Berufs-Bürgermeister anzuheben, will die CSU erst 2020 umsetzen. Für das Amt des Ministerpräsidenten gibt es diese Altersgrenze aber nicht!

Ude könnte sich tatsächlich für den Landtag aufstellen lassen, laut Innenministerium müsste er im Falle der Wahl sein Amt als OB niederlegen. Ude zur tz: „Dann würde meine Stellvertreterin Christine Strobl die Geschäfte führen.“ Es geht um rund ein halbes Jahr zwischen Landtags- und Kommunaljahr.

OB Ude hört 2014 auf: Neun mögliche Nachfolger

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Doch das alles sind (noch) ungelegte Eier. Ude stellt (vorerst) klar: „Ich bin kein Bewerber und kein Kandidat, ich habe bislang nur einen Wunsch vernommen.“ Ude ließ sich allerdings schon vor der vergangenen OB-Wahl 2008 von seiner SPD dazu breitschlagen, nochmal anzutreten. Schon damals hatte er seiner Frau zuliebe eigentlich nicht mehr antreten wollen.

Und wie sieht Edith von Welser-Ude die neue K-Frage? Sie genießt die Diskussion! „Das hat die CSU jetzt davon, dass sie die Altersgrenze für Oberbürgermeister nicht angehoben hat. Jetzt kommt mein Mann von der anderen Seite,“ sagt sie zur tz. Das hört sich nicht so an, als wenn sie sich nicht mit den Gedanken anfreunden könnte, Bayerns First Lady zu werden. Doch auch sie gemahnt zur Geduld: „Man sollte das, was bisher gesagt wurde, erst einmal stehen lassen. Wir werden erst mal unseren Urlaub auf Mykonos genießen.“ Danach will ihr Mann dann die K-Frage mit der Parteispitze erörtern…

JOHANNES WELTE

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