Landtag fordert Verbesserungen bei S-Bahn

München - Der Landtag macht fraktionsübergreifend Druck für Verbesserungen im bayerischen Bahnverkehr, insbesondere auf der Strecke von München nach Passau und bei der Münchner S-Bahn.

Zugleich fordern alle fünf Landtagsfraktionen, bei der geplanten besseren Anbindung des Münchner Flughafens an die Stadt auch eine kurzfristige Übergangslösung anzustreben - eine “Express-S-Bahn Light“, die auch ohne zweite Stammstrecke fahren kann. Entsprechende Anträge wurden am Donnerstag im Landtags-Wirtschaftsausschuss einstimmig angenommen.

Für die Strecke von München nach Passau fordert der Ausschuss unter anderem, dass das Sitzplatzangebot “deutlich erweitert“ wird. Beschwerden von Fahrgästen über die Qualität müsse nachgegangenen werden. Die Staatsregierung wird mit dem Beschluss aufgefordert, mit den Bahn-Verantwortlichen darüber zu verhandeln. Ausschuss-Chef Erwin Huber (CSU) sagte über die Sitz-Qualität in den Zügen, vor allem bei längeren Fahrten: “Das hält eigentlich nur ein Niederbayer aus.“

Bei der Münchner Flughafenanbindung soll nach dem Willen des Wirtschaftsausschusses ein Konzept entwickelt werden, damit dort schon vor dem geplanten Bau der zweiten Stammstrecke Express-S-Bahnen fahren können - und zwar auf der Strecke der S8, das ist die Ost-Anbindung. “Ziel können Express-S-Bahn-Züge sein, die über die zweite Stammstrecke oder bereits vor deren Inbetriebnahme einen Vorlaufbetrieb ermöglichen würden“, heißt es in dem Beschluss.

Bei der Münchner S-Bahn zielt der Wirtschaftsausschuss zudem darauf, etwas gegen die oft überfüllten Züge zu tun. Vor allem zu den Hauptverkehrszeiten sollen deshalb auf zentralen Linien möglichst Langzüge - bestehend aus drei Einheiten - fahren. Dafür soll die Staatsregierung Sorge tragen - vordringlich für die Linie S4.

Weitergehenden Wünschen - etwa nach durchgehendem S-Bahn-Betrieb an Wochenenden oder Feiertagen - erteilte die Ausschuss-Mehrheit eine Absage. Der Geschäftsführer der Bayerischen Eisenbahngesellschaft, Fritz Czeschka, nannte die Spielräume dafür gering. “Hier stoßen wir einfach an die ganz harte Grenze des Finanziellen“, erklärte er.

dpa

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