Nächste Eskalation? Trump macht Ernst - USA gehen drastischen Schritt mitten in Corona-Krise

Nächste Eskalation? Trump macht Ernst - USA gehen drastischen Schritt mitten in Corona-Krise

Erfolg abseits der Direktmandate:

13 Münchner schafften Sprung in den Landtag mit Umweg über die Liste

Bayerischer Landtag
+
Bayerischer Landtag im Maximilianeum: 13 Kandidaten aus München schafften über ihren Listenplatz den Sprung ins Parlament.

22 Politiker aus München haben den Einzug in den Landtag geschafft. Die Grünen allein sind mit acht Parlamentariern vertreten. 

Die SPD kann trotz des miserablen Wahlergebnisses fünf Münchner Abgeordnete ins Maximilianeum schicken. Mehr als die CSU, die sich in der Landeshauptstadt mit vier Mandaten bescheiden muss.

Das komplizierte bayerische Wahlsystem macht es möglich: Münchens SPD ist nach der vernichtenden Wahlschlappe vom Sonntag mit einem blauen Auge davongekommen. Fünf der sieben oberbayerischen Mandatsträger stammen aus der Landeshauptstadt, weil sie aufgrund ihrer hohen Anzahl der Erststimmen über die Liste eingezogen sind. Bisher stellten Münchens Sozialdemokraten sechs Abgeordnete, einzig Isabell Zacharias verpasste den Sprung in den Landtag knapp. Florian von Brunn (er wird als neuer Fraktionschef gehandelt), Markus Rinderspacher, Florian Ritter, Ruth Waldmann und Diana Stachowitz sind hingegen wieder mit dabei.

Bei der CSU schaffte es keiner über die Liste in den Landtag

Bei der CSU konnte niemand über die Liste einziehen – mit den 85 Direktmandaten in ganz Bayern ist das Gesamtergebnis widergespiegelt. Die Anzahl der Münchner Abgeordneten hat sich daher von acht auf vier halbiert, weil die CSU in München nur mehr vier Direktmandate erobern konnte. Die restlichen fünf gingen an die Grünen. Zu den großen Verlierern bei der CSU zählen der frühere Kultusminister Ludwig Spaenle, Andreas Lorenz aus Giesing und Mechthilde Wittmann (Milbertshofen). Im Maximilianeum sitzen künftig nur noch Josef Schmid, Markus Blume, Georg Eisenreich und Robert Brannekämper.

Diese 22 Münchner schafften es in den Landtag

Katharina Schulze, Grüne 33, Politikwissenschaftlerin: Die Spitzenkandidatin ist Gesicht und Stimme der bayerischen Grünen. Sie zieht zum zweiten Mal in den Landtag ein und eroberte das Direktmandat in Milbertshofen mit 34,9 Prozent der Stimmen. Gleichberechtigung und Integration sind zwei ihrer Kernthemen. © 
Ludwig Hartmann, Grüne 40, Kommunikationsdesigner: Der männliche Part des grünen Spitzentandems hat in München-Mitte mit 44,0 Prozent ein Rekordergebnis erzielt. Der gebürtige Landsberger sitzt seit 2008 im Landtag und war bisher Fraktionschef. Er gilt als profilierter Umwelt- und Verkehrspolitiker. © 
Christian Hierneis, Grüne 54, Rechtsfachwirt: Der Münchner Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz hat in Schwabing mit 34,3 Prozent gewonnen – gegen Ex-Minister Spaenle. Er zieht erstmals in den Landtag ein. Für die Grünen war er dort aber bereits als Fachreferent in Naturschutzfragen tätig. © 
Hep Monatzeder, Grüne 67, Sozialpädagoge: Bis zum Schluss lieferte sich der ehemalige Dritte Bürgermeister ein enges Rennen mit Josef Schmid um das Direktmandat. Nun reicht es über die Liste. „Ich hatte am Sonntag schon ein gutes Gefühl, dass es klappen könnte“, sagt er. © 
Gülseren Demirel, Grüne 54, Sozialpädagogin:  Gülseren Demirel zieht ins Maximilianeum ein. Sie setzte sich mit 30,9 Prozent der Erststimmen gegen den CSU-Abgeordneten Andreas Lorenz (22,9) durch. Selbst Demirel hatte das deutliche Ergebnis nicht vermutet. „Keiner von uns“, sagt die Stadträtin. © 
Benjamin Adjei, Grüne 28, IT-Fachmann: Völlig überraschend hat Benjamin Adjei (Grüne) das Direktmandat in Moosach gewonnen. Der 28-Jährige freut sich auf die neue Aufgabe. „Ich will vor allem den öffentlichen Nahverkehr stärken und die Digitalisierung aktiv mitgestalten“, kündigt er an. © 
Florian Siekmann, Grüne 23, Student: Der 23-Jährige ist „wirklich glücklich darüber, dass es geklappt hat. Ich kann nun jungen Menschen eine Stimme im Landtag geben. Das wird eine spannende Aufgabe.“ Zudem sei es ein Erfolg, dass die Grüne Jugend allein drei Abgeordnete stellt. © 
Susanne Kurz, Grüne 43, Künstlerin.  Kometenhafter Aufstieg: Susanne Kurz ist erst seit 2017 Mitglied der Grünen, aber über Listenplatz 13 jetzt im Landtag. Sie möchte „auch für andere Bürger ein gutes Beispiel sein und beweisen, dass es sich lohnt, Verantwortung zu übernehmen.“ © 
Florian von Brunn, SPD 49, Historiker: Florian von Brunn hat sich jüngst als Nachfolger von Markus Rinderspacher ins Spiel gebracht, möchte Fraktionsvorsitzender werden. Ansonsten müsse die Partei „grundlegend diskutieren, warum wir die Menschen nicht mehr erreichen“. © 
Markus Rinderspacher, SPD 49, Journalist: Der bisherige Fraktionsvorsitzende hat nach dem Wahldebakel bereits angekündigt, den Weg an der Spitze der Partei frei zu machen. Er sitzt seit 2008 im Landtag. In Ramersdorf reichte es mit 14,6 Prozent der Stimmen nur für Platz drei. © 
Diana Stachowitz, SPD 55, Erzieherin: Nach der Erleichterung über den Wiedereinzug kam schnell die Sorge um die Partei auf. „Es muss sich ganz vieles ändern“, sagt sie. „Wir müssen uns darauf konzentrieren, welche Themen wir künftig bearbeiten wollen und wie wir diese sichtbar machen.“ © 
Florian Ritter, SPD 56, Selbstständiger: Ritter will nun aufräumen. „Wir müssen uns unabhängig von Personen definieren und erst einmal überlegen, wo wir hin wollen“, sagt er. Selbst strebt er nicht nach Ämtern, aber „ich bin gerne bereit, mich mit viel Arbeit in die Fraktion einzubringen“. © 
Ruth Waldmann, SPD 47, Soziologin: Die Freude über den Einzug währte nur kurz. „Für uns ist jetzt nichts mehr so, wie es zuvor war“, sagt Waldmann. „Aber ich bin dankbar, dass ich weiterarbeiten und die mir wichtigen Themen Sozial- und Gesundheitspolitik weiter voranbringen kann © 
Josef Schmid, CSU 49, Rechtsanwalt: Für den Münchner Bürgermeister ist der Einzug in den Landtag die bisherige Krönung seiner politischen Karriere. Seit 2002 sitzt er im Stadtrat, 2008 und 2014 scheiterte er jeweils als OB-Kandidat. Schmid holte das Direktmandat in Pasing mit 31,7 Prozent. © 
Markus Blume, CSU, 43, Politikwissenschaftler Der CSU-Generalsekretär hat sein Direktmandat in Ramersdorf mit 30,7 Prozent der Stimmen verteidigt. Ob er sein Amt nach der Wahlschlappe behält, ist unklar. Dass er den Fraktionsvorsitz übernimmt, hat Ministerpräsident Söder bereits ausgeschlossen. © AFP / TOBIAS SCHWARZ
Georg Eisenreich, CSU 47, Jurist: Der Staatsminister für Europa, Digitales und Medien gehört dem Landtag seit 2003 an. Er errang in Hadern mit 29,1 Prozent der Erststimmen das Direktmandat. Der gebürtige Münchner ist auch stellvertretender Bezirkschef seiner Partei. © 
Robert Brannekämper, CSU 53, Architekt: Im traditionell schwarzen Stimmkreis Bogenhausen holte der engagierte Denkmalschützer nach 2013 wieder das Direktmandat. Er stammt aus einer Bauunternehmerfamilie, die maßgeblich am Wiederaufbau der Stadt nach dem Krieg beteiligt war. © Astrid Schmidhuber
Wolfgang Heubisch, FDP 72, Zahnarzt in Rente: Der ehemalige Wissenschaftsminister ist zurück im Parlament. Heubisch will dort vor allem den Breitband-Ausbau auf dem Land vorantreiben, „damit sich Unternehmen nicht nur in München, sondern auch in der Region niederlassen.“ © 
Julika Sandt, FDP 47, Kommunikationsberaterin: Die FDP-Frau saß von 2008 bis 2013 bereits im Landtag. Politisch setzt sich die 47-Jährige unter anderem für gute und bedarfsgerechte Kinderbetreuung ein. Eines ihrer zentralen Anliegen ist auch die Förderung von Medienkompetenz und digitalem Lernen in der Schule. © 
Albert Duin, FDP 64, Unternehmer: Besonderes Augenmerk will Duin auf den Mittelstand legen. „Der bleibt total auf der Strecke“, sagt er. Daher will er etwas anstoßen, seine Erfahrungen einbringen. Denn bisher habe er das Gefühl: „Wir werden von lauter Laien regiert, die den Kontakt zu den Menschen verloren haben.“ © 
Michael Piazolo, FW 58, Professor: Posten seien erst ganz am Schluss wichtig, sagt Michael Piazolo von den Freien Wählern. Daher könne er noch nicht sagen, ob er ein Ministeramt erhalte. Seine Themenschwerpunkte jedoch sind bekannt. „Ich war bildungspolitischer Sprecher und Leiter des Wissenschaftsausschusses.“ © 
Uli Henkel, AfD 63, Jurist: Der gelernte Volljurist mit Schwerpunkt „Internationales Recht“ war lange als Geschäftsführer und Vorstand in der freien Wirtschaft tätig, später als selbstständiger Unternehmensberater. Henkel sagt, die Masseneinwanderung verändere „unser Land nachteilig“. © 

Münchens Bürgermeister Schmid hat dabei das drittbeste Stimmenergebnis seiner Partei in Oberbayern erzielt, hinter Verkehrsministerin Ilse Aigner und Umweltminister Marcel Huber. Erster Nachrücker wäre im Übrigen Ludwig Spaenle, danach würden die anderen Münchner Kandidaten Andreas Lorenz, Mechthilde Wittmann und Hans Theiss folgen.

Dass München grüne Hochburg ist – die Öko-Partei erreichte hier 30,3 Prozent der Stimmen – zeigt sich auch an der Anzahl der Abgeordneten. Acht Grüne aus der Landeshauptstadt gehören künftig dem Landtag an. Neben den Stimmkreissiegern Katharina Schulze, Ludwig Hartmann, Christian Hierneis, Gülseren Demirel und Benjamin Adjei haben auch noch der ehemalige Bürgermeister Hep Monatzeder, Florian Siekmann und Susanne Kurz den Sprung ins Maximilianeum geschafft.

Die FDP hat fünf oberbayerische Landtagsabgeordnete, drei davon aus München. So kehrt der frühere Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch ebenso zurück wie Julika Sandt. Die 47-jährige Kommunikationsberaterin aus dem Stimmkreis Giesing gehörte bereits von 2008 bis 2013 dem Parlament an. Das liberale Trio aus München komplettiert der vormalige Landesvorsitzende Albert Duin.

Einziger Freier Wähler aus München ist Michael Piazolo. Der Generalsekretär der unabhängigen Gruppierung sitzt bereits seit 2008 im Landtag und könnte in der neuen Regierung – sofern CSU und Freie Wähler koalieren – durchaus ein Ministeramt bekommen. Auch die AfD ist aufgrund ihres schwachen Ergebnisses in der Landeshauptstadt nur mit einem Münchner Parlamentarier vertreten. Der 63-jährige Jurist Uli Henkel konnte seinen oberbayerischen Listenplatz zwei verteidigen. Henkel hat wie Piazolo in Giesing kandidiert, womit dieser Stimmkreis gleich mit fünf Abgeordneten vertreten ist. Neben dem AfD-Politiker und dem Freien Wähler sind dies Florian von Brunn, Gülseren Demirel und Julika Sandt.

Aktuelle Meldungen zu den Entwicklungen nach der Landtagswahl in Bayern lesen Sie in unserem News-Ticker

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Seniorin (76) mit schwerer Demenzerkrankung vermisst - sie ist auf Medikamente angewiesen
Seniorin (76) mit schwerer Demenzerkrankung vermisst - sie ist auf Medikamente angewiesen
München: Jährlich bis zu 30 Sommertage mehr? Es wird immer heißer - DWD-Experte warnt: „wird sich in Zukunft noch verstärken“
München: Jährlich bis zu 30 Sommertage mehr? Es wird immer heißer - DWD-Experte warnt: „wird sich in Zukunft noch verstärken“
Zuerst an der Isar, dann in der Innenstadt: Abstoßende Trieb-Taten machen sprachlos - und werfen Fragen auf
Zuerst an der Isar, dann in der Innenstadt: Abstoßende Trieb-Taten machen sprachlos - und werfen Fragen auf
„Der schlimmste Virus ist ...“: Unbekannter verbessert Corona-Graffito - viele Münchner dürften ihm zustimmen
„Der schlimmste Virus ist ...“: Unbekannter verbessert Corona-Graffito - viele Münchner dürften ihm zustimmen

Kommentare