In der Alten Rotation

Die lange Nacht der tz mit Django 3000

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Florian R. Starflinger von Django 3000 bannt das Publikum mit einem Geigenvorspie.

München - Spätestens bei Heidi hüpfte die ganze Halle. Wo einst die Maschinen die tz und den Münchner Merkur druckten, tanzten gut 500 Fans euphorisch zu den Liedern von Django 3000.

Bei der Langen Nacht der Musik hatten tz, Münchner Merkur und das Münchner Label alpinrecords zum Konzertmarathon eingeladen. Von 20 bis 23 Uhr zeigte der Mundartnachwuchs, was er draufhat, bevor die Djangos den Sack bis ein Uhr morgens zuschnürten. „Das war super!“, freuten sich die Jungs von Django 3000. Von dem Debüt der Newcomer-Konzerte in der Alten Rotation im Verlagshaus von tz und Münchner Merkur waren alle begeistert: die Zuschauer, die Musiker sowie unsere Partner von alpinrecords, eine Kooperation von Sony und suedpol.

Bilder: Die Lange Nacht der Musik 2015 rockt im Pressehaus

Von Anfang an war die Halle voll besetzt. Viele waren schon früh gekommen aus Angst, später wegen Überfüllung vielleicht nicht mehr reingelassen zu werden, wenn Django 3000 die Bühne stürmen. Aber auch die Nachwuchsbands hatten ihre Fans mitgebracht. Besonders euphorisch feuerten die Anhänger der trashigen Rockkapelle Gamskampler aus Oberammergau ihre Helden an. Das Trio kann sich nun auf zwei Vorbandtermine mit Django 3000 freuen. Jede Band bekam ein Zuckerl mit auf den Weg: Einkaufsgutscheine für den Musicstore, Coachings oder einen Termin im Tonstudio von Florian Rein (Schlagzeuger der Bananafishbones).

Dessen Bandkollege Sebastian Horn übernahm in der Rotation die Moderation - er präsentiert ja im BR die Sendung Heimatsound, war also bestens vorbereitet. Im Backstagebereich quetschte er die jungen Musiker erst einmal aus, bevor er sie auf die Bühne rief.

Hundling hatte die schwierigste Aufgabe

Unglaubliche Stimme: Alex Cumfe singt.

Die schwierigste Aufgabe kam dann dem einzigen Solokünstler zu. Der Hundling (bürgerlich Philipp Höckenstaller und sonst Bassist bei Les Babacools) musste den Abend eröffnen, und alle seine Mitmusiker hatten ihn im Stich gelassen. Der Hundling machte das Bestedaraus und engagierte für seine Lieder das Publikum als Background-Chor („aber zoin ko i eich ned“). Das klappte prima, denn die Zuschauer in der Alten Rotation waren von Anfang an auf Party aus und feierten Newcomer und Stars gleichermaßen.

Zum Tanzen gab es ohnehin genügend Anlass. Die Ape Army aus Mindelheim versetzte das Verlagshaus kurzfristig nach Jamaika und brachte die Säulen der Halle mit rauchigem Reggae und lospreschendem Ska zum Beben.  Ebenso flott waren die Blechbixn zugange. Die weibliche Antwort auf LaBrassBanda wunderte sich später backstage selbst: „Mir hobn ois vui schnella gspuit ois sonst!“ Bevor die bereits erwähnten Gamskampler ihre Fans auf den Plan riefen, überraschte noch die Sängerin Alex Cumfe mit ihrer aus Linz angereisten Band und Musik zwischen Songwriter und Rock sowie einer raumgreifenden Stimme, die man der zierlichen Person nicht zugetraut hätte.

Ein wenig bellender vielleicht dann doch noch der Gesang von Django 3000. Geduldig hatte das Quartett hinter der Bühne seit dem Soundcheck am Nachmittag mit den Hufen gescharrt und auf den eigenen Auftritt kurz vor Mitternacht gewartet. Entsprechend energiegeladen legten die vier Chiemgauer dann los und hielten das Publikum bis Konzertende auf Trab. Seitdem die alten Druckmaschinen abmontiert wurden, hat die alte Rotation nicht mehr so getanzt.

Erst einmal Appell bei Sebastian

Sebastian Horn im Backstagebereich (rechts mit Bart, daneben der Sänger der Ape Army).

Am Tisch von Sebastian Horn im Backstagebereich kam keiner der Musiker vorbei. Vor der Show prüfte er sie auf Herz und Nieren, um sie dem Publikum präsentieren zu können. Ein wenig nervös war man natürlich schon, aber alles in allem vertrieben sich die Musiker die Zeit zwischen Soundcheck und Auftritt vergnüglich bei Bier und Gesprächen. Legendär Judiths (Blechbixn) Abschminktipps: „Mitm Gsicht gegen d’Wand. Der Rest ribbelt si im Bett von aloans ab.“

Antonio Seidemann

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