Tausende gehen für Toleranz auf die Straße

So laufen die Montags-Demos in München

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Am vergangenen Montag stoppten 1500 Demonstranten Muegida.

München - München steht ein bewegter Montag bevor: Pegida und Muegida planen offizielle Märsche, Stadt, Religionsgemeinschaften, Gewerkschaften, Parteien und Flüchtlingsverbände rufen zur Gegendemo auf.

Update vom 12. Januar: Heute Abend sind zahlreiche Demonstrationen in München geplant: Bagida, Pegida, Muegida und die Gegenbewegung "München ist bunt" wollen auf die Straße gehen. Wir halten Sie mit allen News von den Veranstaltungen aktuell in unserem Live-Ticker auf dem Laufenden.

Über 6500 Menschen wollen für eine weltoffene und tolerante Stadt und gegen Gewalt und Hass demonstrieren – Stadt, Religionsgemeinschaften, Gewerkschaften, Parteien und Flüchtlingsverbände rufen dazu auf, einen mächtigen Gegenpol zu bilden gegen Veranstaltungen, die sich an die Pegida-Demos in Dresden anhängen: Erstmals soll ein offizieller Pegida-Marsch stattfinden, zu dem sich 1000 Menschen angemeldet hatten. Eine Konkurrenzveranstaltung der „Muegida“ findet in Haidhausen statt.

Bereits am Sonntag (15 Uhr) gibt es eine Gedenk-Veranstaltung für die Opfer von Paris auf dem Odeonsplatz.

Sonnenstraße

Der bayerische Pegida-Ableger Bagida marschiert Montag ab 18.30 Uhr vom Tram-Rondell am Sendlinger Tor zum Stachus. Rechtextreme Gruppen wie die Bürgerinitiative Ausländerstopp des NPD-Funktionärs Karl Richter (Foto) unterstützen den Marsch, ebenso die NPD-nahe Pro Bewegung Bayern, die rechte Splitterpartei Die Freiheit und die Republikaner.

Weißenburger Platz

Zum dritten Mal will der Ex-Generalsekretär der Mini-Partei „Die Freiheit“ Thomas Weiß einen „Muegida“-Marsch abhalten: ab 18.30 Uhr vom Weißenburger Platz zum Pariser Platz zum Bordeauxplatz und über die Metzstraße zurück. Am Montag scheiterte Muegida am Sendlinger Tor an der Gegendemo.

Sendlinger Tor

OB Dieter Reiter ruft zur Demo auf.

„Platz da! Für ein buntes & weltoffenes München!“ Unter diesem Motto ruft ein breites gesellschaftliches Bündnis quer durch die MünchnerGesellschaft zu einer Großdemo auf um 17.30 Uhr am Sendlinger Tor – gegenüber dem Startpunkt der Pegida-Demo. „In München ist kein Platz für Hetze, Hass und Ausgrenzung“, so OB Dieter Reiter in seinem Aufruf zur Kundgebung. „Gerade im Hinblick auf den abscheulichen Terrorakt in Paris gilt es umso mehr, muslimische Bürger nicht unter einen Generalverdacht zu stellen. Der Feind der Demokratie und jeglicher Couleur sind Extremisten und nicht unbescholtene muslimische Mitbürger“, betont Münchens CSU-Chef Ludwig Spaenle und Stadtrat Marian Offman.

Die Gewerkschaften und die Kirchen unterstützen den Aufruf zur Demonstration ebenfalls. Der für München zuständige Bischofvikar Rupert Graf zu Stolberg sagt: „Die Werte des Abendlandes sind Akzeptanz und Toleranz – weit über das Christentum hinaus. Jeder Mensch ist ein Ebenbild Gottes.“ Und in Richtung Paris sagt der Vikar: „Wer das Abendland verteidigt, muss die Stimme erheben gegen diesen barbartusche Akt.“ Die Meinungsfreiheit sei ein hoher Gut. „Auch wenn mir nicht alles gefällt, was Charlie Hebdo veröffentlicht hat.“

Imam Benjamin Idriz.

Imam Benjamin Idriz, der in München ein europäisches Islam-Zentrum plant, sagt über die Attentate in Paris: „Terror ist die schwerste Form der Gotteslästerung.“ Idriz unterstützt die Anti-Pegida-Kundgebung ebenfalls: „Deutschland ist bedroht von Polarisierung und Vergiftung des menschlichen Klimas.“ Eine Islamisierung stehe hingegen nicht bevor. Auch das von Kleinkunst-König Till Hofmann und dem bayerischen Flüchtlingsrat getragene Projekt Bellevue di Monaco ruft auf zur Demo. Matthias Weinzierl vom Flüchtlingsrat rät: „Bringt was zum Krach machen mit, Hupen oder Musikinstrumente.“ Damit sollen die Pegida-Anhänger, die auf der anderen Seite der Sonnenstraße demonstrieren, übertönt und ins Abseits gestellt werden.

Johannes Welte

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