Schon wieder Lawinendrama: Münchner im Koma

Innsbruck - Nur einen Tag nachdem drei Bayern in Davos verschüttet wurden und starben, ist es am Sonntag schon wieder zu einer Tragödie gekommen.

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Getötete Bayern lösten Lawine selbst aus

Es ist Sonntag, 10.45 Uhr und die Sonne strahlt in den Tiroler Alpen. Traumhaftes Skiwetter. Und so sind auch der Münchner Martin H. (32), dessen Ehefrau und ein Freund (30) auf der Piste im Kaunertal unterwegs. Mehrfach wedelten die Drei schon die beliebte Abfahrt hinab. Dann aber trifft Martin H. eine fatale Entscheidung: Er fährt quer in einen ungesicherten Steilhang direkt neben dem Lift ein. Sekunden später reißt ihn eine Lawine mit…

Nur einen Tag nachdem drei Bayern in Davos verschüttet wurden und starben, kam es nun schon wieder zu einer Tragödie – auch Martin H. konnte den Schneemassen nicht entkommen. Er wurde so schwer verletzt, dass er seit gestern im Innsbrucker Krankenhaus im künstlichen Koma liegt. Immerhin: Es besteht keine akute Lebensgefahr, so das Krankenhaus gegenüber der tz.

Was Martin H. wohl rettete, war die Tatsache, dass er sofort geborgen werden konnte. Denn nicht nur seine Frau und sein Freund wurden Zeuge der Lawine, auch zwei Bergrettungsleute waren zufällig vor Ort. Und: Martin H. wurde von der Lawine nicht vollständig begraben, sondern blieb nach 150 Metern an der Oberfläche der riesigen Schneewalze liegen. Sofort eilten die Helfer zu dem Skifahrer, konnten erste Hilfe leisten.

Ein Glück, das die drei toten Skifahrer in Davos unglücklicherweise nicht hatten. Zur Erinnerung: Obwohl die Lawinengefahr für dieses Wochenende als „erheblich“ eingestuft worden war, war die Gruppe am Samstag auf der Talfahrt vom Gorigrad auf 2700 Metern Höhe unterwegs. Dann – so gab die Kantonspolizei gestern bekannt – lösten sie selbst ein Schneebrett aus. Es gab kein Entkommen. Alle wurden unten den weißen Massen begraben.

Unter den Toten, die unter anderem aus Mainburg und Erlangen stammen, ist auch der Münchner Dr. Bernhard J. In Oberföhring, wo der 43-Jährige schon seit mehreren Jahren wohnte, sind die Nachbarn unter Schock. „Er war ein unglaublich netter, höflicher und fröhlicher Mensch“, erzählt ein Bekannter des Verstorbenen. Häufig sei er an Wochenenden zu Ausflügen aufgebrochen, oft auf Reisen gewesen. „Er war ein begeisterter Sportler. Ein leidenschaftlicher Radfahrer und Skifahrer – einfach immer unterwegs.“ Eine Leidenschaft, die ihm nun tragischerweise zum tödlichen Verhängnis wurde…

tz

Rubriklistenbild: © dpa

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